Foto: BR | Tim Aßmann

Zwangsräumung in Ostjerusalem

Ehemalige jüdische Besitzer von Häusern in Ostjerusalem erheben Besitzansprüche – arabische Familie verlieren ihr Heim

In jenen Häusern in Ostjerusalem, in denen einst jüdische Familien lebten, haben seit dem Unabhängigkeitskrieg arabische Familie ihr Zuhause. Doch wie lange noch? Mithilfe von Siedlerorganisationen versuchen die ehemaligen Besitzer, ihre Häuser zurückzubekommen. Und so droht manchen Familien nun die Zwangsräumung.

Von Tim Assmann
Am 25.08.2017

Mohammed Shamasnehs Blick ist leer. Die Fragen des Reporters beantwortet er fast automatisiert. Es wirkt so, als habe er sich von dem Zimmer, in dem er sitzt, und von dem Haus, in dem seine Familie lebt, innerlich schon verabschiedet: „Wir bekamen den Räumungsbescheid, ausgestellt auf den neunten August. Wir konnten zunächst noch einen Aufschub von fünf Tagen erreichen, sind aber vor Gericht endgültig gescheitert. Der Räumungsbescheid ist rechtskräftig.“ Und wenn die Shamasnehs nicht freiwillig gehen, werden die israelischen Behörden das kleine Haus zwangsräumen.

Der Fall Shamasneh ist kein Einzelfall

Mohammed wohnt hier mit seiner Frau, vier Kindern und mit seinen Eltern, beide über 80 Jahre alt. Seit 53 Jahren lebt die Familie hier – in Sheik Jarrah, im arabischen Teil Jerusalems, den Israel im Sechstagekrieg 1967 besetzte. Vor dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 gehörte das Land, auf dem das Haus steht, einer jüdischen Familie. Sie zog nach Westjerusalem, als Sheik Jarrah unter jordanische Verwaltung kam. 2009 begann der Streit um das Haus der Shamasnehs. Unterstützt von einer jüdischen Siedlerorganisation erhoben die ehemaligen Besitzer Anspruch auf das Land und gewannen den Rechtsstreit schließlich. Der Fall Shamasneh ist kein Einzelfall in Sheik Jarrah. Mohammed zeigt eine Karte.

Das hier ist Nummer 6, unser Haus. Allen rot markierten Häusern droht die Zwangsräumung. Die blauen wurden schon 2009 geräumt. Auf dem gelben Gelände soll ein neues jüdisches Viertel entstehen, nach dem Abriss der alten Häuser. 880 Wohneinheiten will man hier bauen.

— Mohammed Shamasneh
53 Jahre lang lebte die Familie von Mohammed Shamasneh in diesem Haus – nun müssen sie ausziehen, sonst werden sie zwangsgeräumt. Foto: BR | Tim Aßmann

Bereits 2009 verloren arabische Familien in Sheik Jarrah ihr Zuhause durch Zwangsräumungen, jüdische Siedler zogen ein. Es gab internationale Proteste, Politiker wie Jimmy Carter und Hillary Clinton schalteten sich ein. Danach gab es in Sheik Jarrah zunächst keine weiteren Übernahmen durch Siedler. Bis jetzt. Die israelische Menschenrechtsorganisation Ir Amim, die unter anderem Außenminister Sigmar Gabriel durch Ostjerusalem führte, beobachtet die Siedlungsaktivitäten in der Stadt. Vor allem in den Vierteln in Altstadtnähe würden radikale Siedlerorganisationen versuchen, immer mehr Häuser und Grundstücke zu übernehmen und die Bewohner zu vertreiben, erklärt Betty Hershman von Ir Amim anhand einer Karte.

Diese Leute schaffen Fakten. All diese blauen Punkte zeigen Siedlungsaktivität in der Altstadt und den angrenzenden Vierteln. In Sheik Jarrah wurden Pläne, die jahrelang ruhten, nun wieder aufgenommen, inklusive dem Bau einer sechsstöckigen jüdischen Religionsschule direkt am Eingang des Viertels. Nichts könnte brandgefährlicher sein als das.

— Betty Hershman, Ir Amim

Die drohende Zwangsräumung der Familie Shamasneh fällt in eine Zeit, in der die Stimmung in der Stadt sowieso äußerst angespannt ist. Im Juli protestierten die Menschen in Ostjerusalem wochenlang gegen israelische Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg. Es kam zu Gewalt mit Toten und Verletzten. Israel nahm die Maßnahmen schließlich zurück. Der Anwalt Mounir Nusseibeh von der Al-Quds-Universität bietet Rechtsberatungen an – unter anderem für Familien, die von Zwangsräumung bedroht sind. Die sogenannte Tempelbergkrise hat der Bevölkerung in Ostjerusalem aus Sicht von Mounir Nusseibeh viel Selbstvertrauen gegeben.

Es war ein Sieg der Straße ohne politische Führung. Sie haben gesehen, dass sie selbst etwas erreichen können. Ich glaube, das hat in den Köpfen etwas verändert. Wie sich das auf künftige Konfrontationen mit der Besatzungsmacht auswirkt, muss sich noch zeigen, aber ich halte es für eine bedeutende Entwicklung.

— Mounir Nusseibeh, Anwalt 
Rechtsanwalt Mounir Nusseibeh, hier in Jerusalems Altstadt, vertritt arabische Israelis in Jerusalem, die von den Zwangsräumungen betroffen sind. Foto: BR | Tim Aßmann

Die von der Zwangsräumung bedrohte Familie Shamasneh erhält viel Solidarität. Vor einigen Wochen beteten Hunderte vor dem Haus, um so ihre Unterstützung zu zeigen. Ihr Zuhause werden die Shamasnehs aber wahrscheinlich dennoch verlieren.

Kommentare

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft.
Mehr in den Kommentarrichtlinien

29 thoughts on “Zwangsräumung in Ostjerusalem”

    gunther, Donnerstag, 07.09.17, 9:47 Uhr

    Doris, lassen Sie es gut sein. Alle Ihre Äußerungen sind so etwas von einer Palästinapropaganda, dass einem normal denkenden Menschen schlecht wird. Wer hat die Juden 1948 aus Ostjerusalem und Westjor ...

    Doris, lassen Sie es gut sein. Alle Ihre Äußerungen sind so etwas von einer Palästinapropaganda, dass einem normal denkenden Menschen schlecht wird.
    Wer hat die Juden 1948 aus Ostjerusalem und Westjordanien vertrieben? Wer hat Juden aus arabischen Ländern vertrieben? Wer hat ihren Besitz entschädigungslos eingezogen? Wer will Israel zerstören? Wer will Juden ermorden?

    Sie sind peinlich.

    gunther, Mittwoch, 30.08.17, 8:58 Uhr

    Merkwürdig. Palästinensern wird das Rückkehrrecht zugestanden, auch in der 4. Generation. Juden aber nicht. Seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Wie nennt man das? Genau.

    Merkwürdig.
    Palästinensern wird das Rückkehrrecht zugestanden, auch in der 4. Generation. Juden aber nicht.
    Seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Wie nennt man das? Genau.

      Ismael Isaak, Donnerstag, 31.08.17, 13:23 Uhr

      Interessant finde ich auch die Bemerkung, dass die Familie nach West-Jerusalem zog, "bevor Sheik Jarrah unter jordanische Verwaltung kam".

      Interessant finde ich auch die Bemerkung, dass die Familie nach West-Jerusalem zog, „bevor Sheik Jarrah unter jordanische Verwaltung kam“.

      Doris, Freitag, 01.09.17, 14:38 Uhr

      Ach ja und warum dürfen die Palästinenser dann nicht zurückkehren? Warum haben die Zionisten die Palästinenser überhaupt vertrieben? Warum hat es nie Konsequenzen für Israel gegeben, weil Israels Sold ...

      Ach ja und warum dürfen die Palästinenser dann nicht zurückkehren? Warum haben die Zionisten die Palästinenser überhaupt vertrieben? Warum hat es nie Konsequenzen für Israel gegeben, weil Israels Soldaten hunderttausende vertrieben und tausende ermordet haben?

      Die Mehrheit der jüdischen Einwanderer, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel gekommen sind, sind nicht vertrieben worden sondern freiwillig nach Israel gezogen. „One Million Plan“ einfach mal informieren!

      Sie beschweren sich über zweierlei Maß? Dann beantworten sie mir erst mal, warum Israel nicht für die Vertreibung von hunderttausenden Menschen und Massakern an tausenden Menschen niemals Konsequenzen zu fürchten hatte? Warum gibt es keine Konsequenzen für Kollektivstrafen und Sippenhaft die Israel gegen Zivilisten anwendet? Warum gibt es keinen Sanktionen wie gegen andere Länder, die deutlich weniger Verbrechen begangen haben als Israel? Das sollten sie sich fragen!
      Wann hört Israel mit dem Terror endlich auf?

      ariel, Sonntag, 03.09.17, 13:18 Uhr

      48 gab es gerade mal 600 000 juden in israel. ueber welchen one million plan sprichst du da? doris, noch mal zum mitschreiben. die palaestinenser koennen nicht nach israel zurueckkehren, weil israel e ...

      48 gab es gerade mal 600 000 juden in israel. ueber welchen one million plan sprichst du da?

      doris, noch mal zum mitschreiben. die palaestinenser koennen nicht nach israel zurueckkehren, weil israel es einfach nicht zulassen wird, egal wie gerecht es in deinen augen erscheinen mag.

      wie kommst du darauf, dass es keine konsequenzen fuer israel gegeben hat? fast million vetriebene juden aus arabischen staaten. 6 kriege. 10 000 tote soldaten und zivilisten auf israelischer seite. staendige bedrohung durch terrorganisatoinen wie hissbollah oder feindliche regime wie iran. das sind keine konsequenzen?

      Doris, Montag, 04.09.17, 12:54 Uhr

      Ariel sie scheinen es nicht kapiert zu haben. Es wurden keine 1 Million Juden aus arabischen Ländern vertrieben. Die Mehrheit dieser Juden sind freiwillig dem "One Million Plan gefolgt" Sie verdrehen ...

      Ariel sie scheinen es nicht kapiert zu haben.

      Es wurden keine 1 Million Juden aus arabischen Ländern vertrieben. Die Mehrheit dieser Juden sind freiwillig dem „One Million Plan gefolgt“

      Sie verdrehen hier andauernd die Wirklichgkeit. bei den fhunderttausenden vertriebenen Palästinenser (Massaker u.s.w.) sprechen sie von geflüchteten. bei den Juden die mehrheitlich einfach nur umgesiedelt sind, sprechen sie aber auf einmal von vertriebenen.

      Das ist doch alles nur Taktik , um die Vertreibung und die Massaker an den Palästinensern im Nachhinein wenigstens nicht ganz so unmenschlich darzustellen, wie es war.

      Nochmal zusammengefasst: Israelische Terroristen vertreiben hunderttausende Palästinenser. Jahre später siedeln ca. 1 Million Juden nach Israel um, teilweise wurden Juden auch aus arabischen Ländern vertrieben. Sie verdrehen die Wirklichkeit!

      gunther, Mittwoch, 06.09.17, 14:53 Uhr

      Doris, Sie erzählen hier denselben U/nsinn, den die palästinensische Propagandamaschine breittritt: Das israelische Armee habe hunderttausende Paläswtinenser vertrieben. Hunderttausende Palästinenser ...

      Doris, Sie erzählen hier denselben U/nsinn, den die palästinensische Propagandamaschine breittritt: Das israelische Armee habe hunderttausende Paläswtinenser vertrieben.
      Hunderttausende Palästinenser sind freiwillig weggegangen aufgrund des Versprechens der palästinensischen Führung, wenn Israel zerstört sei, könnten sie wieder zurück.
      Es ist bemerkenswert, wie wenig Sie sich um die Fakten kümmern.

    schirmbild, Sonntag, 27.08.17, 14:57 Uhr

    @ ariel - Sie übersehen dabei, dass die Vertreibung der Juden aus Jordanien erst nach dem Krieg von 1948 erfolgte. Inwiefern diese Vergeltung gerechtfertigt war, drüber lässt sich streiten, aber ihre ...

    @ ariel – Sie übersehen dabei, dass die Vertreibung der Juden aus Jordanien erst nach dem Krieg von 1948 erfolgte. Inwiefern diese Vergeltung gerechtfertigt war, drüber lässt sich streiten, aber ihre Zahl war ein Klacks gegenüber den 700’000 vertriebenen Palästinenser.

      ariel, Sonntag, 27.08.17, 17:23 Uhr

      die vertreibung der juden durch jordanien erfolgte bereits in dem krieg. Es gab juedisce ortschaften in dem gazastreifen und mitten in judea und samaria (sieh gush ezion). die anzahl der nach dem krie ...

      die vertreibung der juden durch jordanien erfolgte bereits in dem krieg. Es gab juedisce ortschaften in dem gazastreifen und mitten in judea und samaria (sieh gush ezion).

      die anzahl der nach dem krieg aus ganz nahost verbriebenen juden uebersteigt die zahl der vertriebenen und geflohener araber.

    ariel, Samstag, 26.08.17, 19:22 Uhr

    die von jordanien vertriebene juden bekommen endlich gerechtigkeit. komisch, dass es nicht frueher geschehen ist.

    die von jordanien vertriebene juden bekommen endlich gerechtigkeit. komisch, dass es nicht frueher geschehen ist.

      Michael K., Sonntag, 27.08.17, 1:30 Uhr

      Ariel, so kalt und gleichgultig hat man sich wahrschinlich einmal gegenüber Juden geäussert. Gelernt hat man daraus nicht. ich nehme an, dass du dann auch dafür eintrittst, dass die Palästinenser wied ...

      Ariel, so kalt und gleichgultig hat man sich wahrschinlich einmal gegenüber Juden geäussert. Gelernt hat man daraus nicht.

      ich nehme an, dass du dann auch dafür eintrittst, dass die Palästinenser wieder in ihre Heimat zurückkehren durfen und auch wieder in ihre schönen Häuser in Jerusalem einziehen können. Du bist doch für Gerechtigkeit und Gleichheit? Oder doch nur Besatzer,der kolonisiert?

      ariel, Sonntag, 27.08.17, 17:34 Uhr

      michael hoer auf staendig die araber mit juden zu vergleichen. juden hatten keine schuld an ihrer verfolgung. sie haben keinem volk irgendein leid angetan. die araber befinden sich dagegen in einem kl ...

      michael hoer auf staendig die araber mit juden zu vergleichen. juden hatten keine schuld an ihrer verfolgung. sie haben keinem volk irgendein leid angetan.

      die araber befinden sich dagegen in einem klassischem konflikt mit den juden. sie haben ein klares interesse israel zu vernichten und griffen israel mehrmals an. deswegen ist es unsinn irgendein vergleich zwischen den beiden voelkern zu ziehen.

      und ja, ich bin dafuer, dass man die vertriebenen araber entschaedigt. das kann unter anderem mit dem geld und imobilien geschehen, welche die aus den arabischen laendern geflohenen juden zurueckgelassen haben.

      michael. juden koennen per definition keine kolonialisten in ihrer eigener heimat sein. die einzigen heute noch verbleibende kolonialisten in nahost, sind die araber, welche vor 1300 jahren nordafrika erobert haben und bis zu irak vorgedrungen sind.

      Doris, Montag, 28.08.17, 10:47 Uhr

      Gerechtigkeit? Fordern Sie auch Gerechtigkeit für die von den Zionisten vertriebenen Palästinenser? Finden Sie es auch erstrebenswert, dass die vertriebenen Palästinenser ihren Besitz und ihr Land zur ...

      Gerechtigkeit? Fordern Sie auch Gerechtigkeit für die von den Zionisten vertriebenen Palästinenser? Finden Sie es auch erstrebenswert, dass die vertriebenen Palästinenser ihren Besitz und ihr Land zurück bekommen sollen und die auf deren Land lebenden Juden das Land für die Palästinenser räumen müssen und sind Sie auch dafür, dass die Juden, die den besitz der vertriebenen Palästinenser gestohlen/übernommen haben diesen auch wieder zurückgeben/zahlen müssen?

      Ihre Antwort kenne ich, sie machen ja keinen Hehl daraus.
      Sie sind leider der Meinung, dass die vertriebenen Palästinenser nicht das Recht haben in deren Heimat zurück zu kehren und keine Entschädigung bekommen sollen.

      Sie stehen also fest für Ungerechtigkeit gegenüber den Palästinensern. Warum haben Sie Doppelstandards? Warum dämonisieren Sie die Palästinenser? Warum delegitimieren Sie die Rechte der Palästinenser?

      Sind Sie nur araberfeindlich, oder sind die Belange von Juden für Sie wichtiger als Gerechtigkeit?

      ariel, Dienstag, 29.08.17, 6:47 Uhr

      doris, was ich ueber entschaedigung denke, habe ich bereits geschrieben und das kannst du ueber deiner antwort lesen. "gerechtigkeit" ist ein missbrauchtes begriff. in namen der "gerechtigkeit" wurde ...

      doris, was ich ueber entschaedigung denke, habe ich bereits geschrieben und das kannst du ueber deiner antwort lesen.

      „gerechtigkeit“ ist ein missbrauchtes begriff. in namen der „gerechtigkeit“ wurde sehr viel leid angetan. in den namen der gerechtigkeit leben die palaestinenser auch 70 jahre nach ihrer flucht in fluchtlingslager in syrien, libanon und jordanien. das ist einmalig auf der welt. israel hat die aus arabischen laender geflohenen juden nicht in fluechtlingslager gesteckt. sudetendeutsche leben nicht in fluchtlingslager. die asylanten aus afrika und nahost leben nicht in fluechtlingslager.

      hat man die menschen jemals gefragt ob sie es bevorzugen sind 70 jahre lang rechtlos in fluechtlingslager zu leben, anstatt ein neues leben anzufangen? man hat in den namen der gerechtigkeit menschen 70 jahre lang (das sind meherere generationen) in fluechtlingslager leben lassen. was hat ein 70 jaehriger mann davon? das warten auf „gerechtigkeit“ hat sein leben zerstoert.

      Doris, Dienstag, 29.08.17, 11:53 Uhr

      Und wer hat das Leben der Menschen zerstört? Die Arabischen Nachbarländer? Es geht um kleine, relativ arme Länder, die nicht einfach hunderttausende Flüchtlinge aufnehmen können. Nein Israel hat das L ...

      Und wer hat das Leben der Menschen zerstört? Die Arabischen Nachbarländer? Es geht um kleine, relativ arme Länder, die nicht einfach hunderttausende Flüchtlinge aufnehmen können.

      Nein Israel hat das Leben der Menschen durch Massaker und Vertreibungen zerstört und es ist Israel das die Verpflichtung hat die vertriebenen zurück zu lassen und sie für die Vertreibungen, die Massaker und den Raub von Besitz zu entschädigen. Die vertriebenen Palästinenser haben das Recht auf Rückkehr und Israel ist für die Vertreibungen und die Massaker verantwortlich und sollte endlich zu seinen Verbrechen stehen und Widergutmachung leisten!

      ariel, Dienstag, 29.08.17, 14:45 Uhr

      doris, dass die laender klein sind, ist keine entschuldigung. israel hat es geschaft viel mehr menschen aufzunehmen. die arabischen laender haben nicht mal versucht, die palaestinenser zu integrieren, ...

      doris, dass die laender klein sind, ist keine entschuldigung. israel hat es geschaft viel mehr menschen aufzunehmen. die arabischen laender haben nicht mal versucht, die palaestinenser zu integrieren, weil man sie als faustpfand gegen israel haben wollte.

      ja, ich weiss, dass israel in deinen augen boese ist. ich habe kein problem dafuer. man muss sich aber eine ganz andere frage stellen. israel wird die araber nicht rueckkehren lassen und das wird sich nicht aendern. eine entschaedigung im zusammenhang mit verzicht auf rueckkehr ist moeglich.

      willst du jetzt die menschen weitere 70 jahre warten lassen oder eine andere loesung anstreben? die antwort liegt auf der hand. jemand der die wahl zwischen 70 jahre fluchtlingslager oder integrierung in nachbarlaender, wird sich gegen fluechtlingslager entscheiden. du und michael „zwingt“ die menschen auf eine rueckkehr zu warten, die nicht kommen wird. ist das gerecht? was wuerdest du fuer dich persoenlich waehlen?

      Michael K., Dienstag, 29.08.17, 16:54 Uhr

      Ariel, der Begriff Gerechtigkeit wird oft missbraucht? 1. Du findest es ungerecht, dass die vertriebenen Plästinenser in Syrien, Llbanon und Jordanien immer noch in Flüchtlingslagern leben. Sie wollen ...

      Ariel, der Begriff Gerechtigkeit wird oft missbraucht?

      1. Du findest es ungerecht, dass die vertriebenen Plästinenser in Syrien, Llbanon und Jordanien immer noch in Flüchtlingslagern leben. Sie wollen zurück in ihre Heimat und du hinderst sie daran. Das ist ungerecht. Das ist sogar zynisch. UN-Resolutionen sehen das auch so.

      Arababische Juden wurden von Israel aufgenommen. War es nicht die Idee ein Land für Juden zu stiften? Das hat viel Unglück auch für vertriebene Juden gebracht, aber der zionistische Untergrund hatte da wohl auch die Hand mit im Spiel.

      Sudetendeutsche waren Opfer des Naziregimes. Schuld und Busse haben einen Strich unter die Vergangenheit gezogen.

      Ob man Menschen jemals gefragt hat, ob sie rechtlos in Flüchtlingslagern leben wollen? Ich habe Menschen in Jordanien getroffen, die wollen zurück in ihre Heimat, Der sie vertrieben hat, sollte der Erste sein, der sich diese Frage stellt?

      Kolonisation kennt keine Gerechtigkeit, auch keine Menschlichkeit.

      Ariel, Mittwoch, 30.08.17, 14:24 Uhr

      Doris, es gibt kein "rueckkehrrecht", so wie du es verstehst. Die nachkommen der fluechtlunge haben gar kein recht darauf. Die fluechtlinge selbst muessen bestimmte bedinungen erfuellen um zurueckkehr ...

      Doris, es gibt kein „rueckkehrrecht“, so wie du es verstehst. Die nachkommen der fluechtlunge haben gar kein recht darauf. Die fluechtlinge selbst muessen bestimmte bedinungen erfuellen um zurueckkehren zu duerfen. Aber das alles ist egal, da israel seine grenzen nicht oeffnen wird.

      Jetzt stellt sich die frage, wie man den menschen helfen kann. Wer keine andere loesung sehen will, sagt ganz klar, dass ihm diese menschen egal sind. Ueberall auf der welt werden fluechtlinge integriert. In unserem fall stoert es niemanden, dass es noch weitere 70 jahre dauern kann. In 70 jahren kann man sehr vieles machen. Aber man zieht es vor die lage zu konservieren. Es gibt schon 2 generationen, die keine gerechtigkeit erleben werden. Wie kann man diesen menschen weiterhin ein leben in nachbarstaaten verweigern???

      ariel, Donnerstag, 31.08.17, 9:52 Uhr

      michael, es ist ganz egal was ich denke. meine frage bezieht sich auf die heutige realitaet. natuerlich wuenschen sich die menschen ausgerechnet nach israel zu kommen, aber diese option gibt es nicht ...

      michael, es ist ganz egal was ich denke. meine frage bezieht sich auf die heutige realitaet.

      natuerlich wuenschen sich die menschen ausgerechnet nach israel zu kommen, aber diese option gibt es nicht und wird es nicht mehr geben. das ist die realitaet, welche sich nicht aender wird.

      wieso bekommen die fluechtlinge in libanon, jordanien und syrien (und es gibt sogar nicht wenige in aegypten) keine vollen buergerrechte, bis sich die frage loest? es mag natuerlich sein, dass du mit fluchtlingen in jordanien gesprochen hast und diese keine einbuergerung wollen, aber das wuerde ich sehr bezweifeln.

      die ganze arabische welt sieht sich seit 70 jahre als schutzmacht, aber keiner will ihnen vor ort einbuergern. ist das deine sicht von gerechtigkeit? waere es nicht gerecht, ihnen vor ort so weit wie moeglich zu helfen? oder waere es ungerecht?

      Doris, Freitag, 01.09.17, 8:37 Uhr

      "Die nachkommen der fluechtlunge haben gar kein recht darauf. Die fluechtlinge selbst muessen bestimmte bedinungen erfuellen um zurueckkehren zu duerfen. Aber das alles ist egal, da israel seine grenz ...

      „Die nachkommen der fluechtlunge haben gar kein recht darauf. Die fluechtlinge selbst muessen bestimmte bedinungen erfuellen um zurueckkehren zu duerfen. Aber das alles ist egal, da israel seine grenzen nicht oeffnen wird.“

      Dann hatten die zionistischen Juden auch nicht das Recht nach Palästina zu kommen. Ihr „Vorfahren“ sind dort vor hunderten von Jahren geflüchtet. Jeglicher Anspruch war ihrer Meinung nach verwirkt. Soll man jetzt wieder alle Juden aus Palästina vertreiben? Wäre das ihr Ansatz für Gerechtigkeit? Nach ihrer Definition hatten sie ja nicht das recht dorthin zurück zu kehren. Vor allem hatten sie nicht das Recht die dort lebenden Araber zu massakrieren und zu vertreiben. Solange Israel ein rassistisches Unrechts-, Apartheid- und Terrorregime ist, dass tagtäglich unschuldige Zivilisten durch Kollektivstrafen und Sippenhaft terrorisiert sollte man dieses Regime sanktionieren und jegliche Beziehungen mit diesem Regime kappen!

      martina, Freitag, 01.09.17, 11:05 Uhr

      hallo michael, doris und ariel. ich gebe ariel in sofern recht, das eine rückkehr niemals stattfinden wird. deswegen müssen die leute in den ländern, wo sie seit 70 jahren leben, integriert werden. mi ...

      hallo michael, doris und ariel. ich gebe ariel in sofern recht, das eine rückkehr niemals stattfinden wird. deswegen müssen die leute in den ländern, wo sie seit 70 jahren leben, integriert werden.
      michael, sicher wollen welche zurück, aber das wird nicht stattfinden. daran festzuhalten, verhindert für die zukunft zu leben. man bleibt in der vergangenheit.
      es geht überhaupt nicht mehr um die frage der gerechtigkeit. es geht um die zukunft!

      ariel, Freitag, 01.09.17, 11:27 Uhr

      doris, israel zu boykotieren, sanktionieren, isolieren usw. koennte helfen, aber es hilft nicht. man hat versucht kriege gegen israel zu fuehren und ist gescheitert. man hat versucht israel zu terrori ...

      doris, israel zu boykotieren, sanktionieren, isolieren usw. koennte helfen, aber es hilft nicht. man hat versucht kriege gegen israel zu fuehren und ist gescheitert. man hat versucht israel zu terrorisieren und ist gescheitert. man hat versucht israel zu isolieren und auch damit ist man gescheitert. jetzt versucht man israel mit begriffen wie „terrorregime, apartheit und schlaechter“ zu brandmarken und auch das wird rein gar nichts erreichen.

      deswegen stelle ich auch meine frage. waere es nicht an der zeit den fluechtlingen vor ort zu helfen? ihnen buergerrechte zu geben und sie zu integrieren? wie viele menschen will man noch verheizen, bis man versteht, dass israel bestehen bleiben wird und seine grenzen nicht oeffnen wird. diese tatsache ist voellig davonunabhaengig , was du von israel haelst. diese tatsache ist aber entscheidend, wenn man den fluechtlingen tatsaechlich helfen will. denn wie lange noch soll man sie auf (irgend)eine loesung warten lassen?

      Michael K, Sonntag, 03.09.17, 0:01 Uhr

      Martina, du kannst hier nicht Recht aussprechen. Du teilst Ariels Meinung, ok! Aber es kann doch nicht sein, dass man sich dem Stärkeren ergeben muss. Was ist das für eine Weltordnung, die dem Erobere ...

      Martina, du kannst hier nicht Recht aussprechen. Du teilst Ariels Meinung, ok! Aber es kann doch nicht sein, dass man sich dem Stärkeren ergeben muss. Was ist das für eine Weltordnung, die dem Eroberer das Recht einräumt, es sich bequem zu machen, eine einheimische Bevölkerung zu beherrschen oder sogar zu vertreiben?

      Wenn Juden nach meheren tausend Jahren das Recht haben wieder dorthin ziehen zu dürfen, wo einmal ihre Vorfahren gelebt haben, dann haben die Palästineser ein gleiches oder ein viel grösseres Recht nach nur 70 Jahren geltend zu machen. Dieses Recht beruht auf internationalem Recht und UN-Resolutionen und sie gilt es zu vollstrecken.

      ariel, Sonntag, 03.09.17, 9:25 Uhr

      michael, geht es dir um philosophie oder eine richtige loesung? auch wenn du recht haettest, so kann man nicht auf loesungen pochen, die nicht durchsetzbar sind. die kriege welche gegen israel im name ...

      michael, geht es dir um philosophie oder eine richtige loesung?

      auch wenn du recht haettest, so kann man nicht auf loesungen pochen, die nicht durchsetzbar sind.

      die kriege welche gegen israel im namen dieser gerechtigkeit gefuehrt wurden, haben noch mehr leid und ungerechtigkeit gebracht. ist das gerecht?

      die palaestinenser wollten gegen jordanien putschen, um die 20 tausend wurden durch jordanien getoetet. viele flohen nach libanon, wo sie massgeblich zu einem buergerkrieg beigetragen haben. in kriegen gegen israel wurden um die 40 000 arabische soldaten getoetet.

      war die zerstoerung und besatzung libanons ein teil der loesung? wieso mussten die libanesen im namen der palaestinenser leiden? hat sie jemand gefragt, ob sie dazu bereit waren? wer muss dazu zur verantwortung gezogen werden?

      wie viele unbeteiligte menschen werden noch sterben und leiden muessen um deine sicht an gerechtigkeit durchzusetzen? ganze generationen haben NICHTS durch diesen kampf erreicht.

      Doris, Montag, 04.09.17, 13:06 Uhr

      "wie viele unbeteiligte menschen werden noch sterben und leiden muessen um deine sicht an gerechtigkeit durchzusetzen? ganze generationen haben NICHTS durch diesen kampf erreicht." Es müssen wohl noch ...

      „wie viele unbeteiligte menschen werden noch sterben und leiden muessen um deine sicht an gerechtigkeit durchzusetzen? ganze generationen haben NICHTS durch diesen kampf erreicht.“

      Es müssen wohl noch einige sterben, bis radikalen Zionisten, wie Sie, einsehen, dass man andere nicht einfach massakrieren, vertreiben, berauben und unterdrücken kann.

      Erst wenn es Gerechtigkeit geben wird, dann wird auch der Kampf um Gerechtigkeit beendet sein und solange Israel sich weigert seine Verbrechen widergutzumachen, die vertriebenen Palästinenser zurück lässt, und sie für Jahrzehnte der Unterdrückung entschädigt, solange wird der Kampf andauern!

      Israel ist verantwortlich für die Massaker und Vertreibungen und jetzt ist es an Israel das wiedergutzumachen und die Palästinenser für die zionistischen Verbrechen zu entschädigen.

      ariel, Montag, 04.09.17, 14:57 Uhr

      doris, ich bin sehr konkret. lass mich dir die frage an einem bsp. erklaeren. jemand hat dich um 1000$ betrogen. wie viel geld und zeit bist du bereit zu investieren um es wieder zu bekommen. jede sum ...

      doris, ich bin sehr konkret. lass mich dir die frage an einem bsp. erklaeren.

      jemand hat dich um 1000$ betrogen. wie viel geld und zeit bist du bereit zu investieren um es wieder zu bekommen. jede summe bis zu 1000$ waere zumutbar. waerst du dagegen bereit 2000$ zu investieren? auch wenn du die 1000$ zurueckbekommen haettest so wuerdest du um 1000$ aermer sein.

      das gleiche passiert hier. auch wenn es 800 000 vetreibene geben wuerde, so gibt es heute 5 000 000 zusammen mit den nachfahren. wenn man sie gleich integriert haette, gaebe es keine. d.h. der kampf hat 6 mal mehr „leidende“ produziert. d.h. man ist heute in einer schlechteren situation, als vor 70 jahren.

      und du willst mir erklaeren, dass diese 5 millionen in einem dichtbesiedeltem israel, besser leben wuerden, als in wenig dicht besiedelten jordanien, syrien, libanon usw? dafuer lohnt es sich zu kaempfen, zu sterben und in lagern zu leiden? so denken nur kriegstreiber.

      diese gerechtigkeit ist sinnfrei,

      ariel, Montag, 04.09.17, 15:13 Uhr

      doris, nenne mir doch eine zahl, wie lange dieser kampf noch dauern soll? 50 jahre? 70 jahre? 100 jahre? bei wie vielen toten wuerdest du stopp sagen? noch 10 000? noch 50 000? noch 100 000? und was, ...

      doris, nenne mir doch eine zahl, wie lange dieser kampf noch dauern soll? 50 jahre? 70 jahre? 100 jahre? bei wie vielen toten wuerdest du stopp sagen? noch 10 000? noch 50 000? noch 100 000? und was, wenn am ende man nichts erreichen wird, hast du daran gedacht?

      und was ist wenn es nicht um 1000$ gehen wuerden, sondern um 1 000 000$ und du am ende 3 mill. investieren wuerdest um sie wiederzubekommen. dafuer wuerdest du mit deiner familie auf der strasse leben mussen, da jetzt das ganze geld weg ist. was wuerden deine kinder darueber denken? „ich lebe zwar auf der strasse, aber meine mutter hat fuer gerechtigkeit gekaempft“, toll wenn man bedenkt, dass sie jetzt 3 mill $ reicher waeren koennen.

      verstehst du was ich meine? manchmal ist es besser klug zu sein, als recht zu behalten. gerechtigkeit hat ihre grenzen und zwar dort, wo man glaubt, dass alle mittel recht sind um diese gerechtigkeit zu erlangen.

      Doris, Dienstag, 05.09.17, 10:51 Uhr

      Es ist an Israel endlich menschlich zu handeln. Wenn mir jemand das Land raubt, meine Verwandten ermordet und mich vertreibt werde ich solange für Gerechtigkeit kämpfen bis es Gerechtigkeit gibt. Es g ...

      Es ist an Israel endlich menschlich zu handeln. Wenn mir jemand das Land raubt, meine Verwandten ermordet und mich vertreibt werde ich solange für Gerechtigkeit kämpfen bis es Gerechtigkeit gibt. Es gibt Sachen die kann man nicht mit Geld vergleich und schon gar nicht mit Geld aufwiegen!

      Solange Israel für Ungerechtigkeit, Vertreibung, Entrechtung, Raub, Massaker usw. steht und seine Verbrechen nicht widergutmachen will ist es Israel, dass sich unmenschlich und ungerecht verhält. Warum soll der Räuber oder Mörder belohnt werden? Warum sollen die Opfer aufgeben für Gerechtigkeit zu kämpfen? Nein es geht nicht um Geld, es geht um Gerechtigkeit!

      Wen jemand das Leid unnötig in die Länge zieht dann Israel. Sie hätten gerne, dass die Palästinenser aufgeben und Israel das gestohlene Land und den gestohlenen besitz behalten kann, aber sie werden sich wundern wie lange die Palästinenser noch gegen die Ungerechtigkeit kämpfen werden.

      ariel, Dienstag, 05.09.17, 16:22 Uhr

      doris, "gerechtigkeit" ist keine einbahnstrasse. es kann nicht sein, dass auf dem weg zur gerechtigkeit man mehr verliert, als durch die ungerechtigkeit, die man wiedergutmachen will. wenn jemand drei ...

      doris, „gerechtigkeit“ ist keine einbahnstrasse. es kann nicht sein, dass auf dem weg zur gerechtigkeit man mehr verliert, als durch die ungerechtigkeit, die man wiedergutmachen will. wenn jemand drei kinder hat und einer durch eine ungerchte handlung getoetet wurde, so wuerde es keinen sinn machen zwei andere kinder auf dem weg zur gerechtigkeit sterben zu lassen. verstehst du nicht, was du da sagst.

      du und michael und viele andere, sehen nur die strafe, welche israel zu zahlen hat, aber ihr seit nicht bereit menschen zu sehen. du schreibst immer wieder, was israel machen muss, ohne zu verstehen, dass es hier um kein schachspiel geht, wo man am ende alle figuren auf die gleiche weise zurueckstellen kann.

      ich sage es dir ganz deutlich, dass israel keine fluechtlinge zuruecklassen wird. und sollte er dazu militaerisch gezwungen werden, so werden viel mehr menschen zur schaden kommen, als es schon geschehen ist. rache ist suess, aber man sollte erst mal den menschen helfen.