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Wie geht es weiter mit der UNRWA in Gaza?

Ein Interview mit Direktor Matthias Schmale

Von Susanne Glass
Am 07.02.2019

Nachdem die US-Regierung im vergangenen Jahr angekündigt hatte, ihre Finanzhilfen für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (kurz: UNRWA) zu streichen, schlug die UNRWA in Gaza Alarm. Es war unklar, wie lange sie ihre Unterstützung für 1,3 Millionen Menschen – und damit 70 Prozent der Bevölkerung im Gaza-Streifen – noch fortsetzen konnte.

Außerdem drohte die Schließung der 275 Schulen für mehr als 278-tausend Mädchen und Jungen.

Mittlerweile sind andere Geldgeber eingesprungen. Die Finanzierung des ersten Halbjahres 2019, so der deutsche UNRWA-Direktor Matthias Schmale, sei damit gesichert. Im ARD-Interview erklärt er aber auch, warum die Situation weiterhin jederzeit eskalieren könnte. Und wie elend die Situation der Menschen ist, von denen immer mehr in ihrer Verzweiflung zu Drogen greifen. Dazu steigt die Selbstmordrate.

Und erzählt er uns, wie es ist, als einer der wenigen ausländischen Diplomaten in Gaza zu leben.

Beitrag: Susanne Glass | Kamera:  Sawah Abu Seif, Alex Goldgraber | Ton: Muthasem Rashid  | Schnitt: Amir Tal.

Kommentare

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16 thoughts on “Wie geht es weiter mit der UNRWA in Gaza?”

    Florian, Samstag, 16.02.19, 14:29 Uhr

    Luxusautos gibt es zuhauf auch in Bethlehem - mit palästinensischen Kennzeichen. Selbst gesehen und fotografiert. Der Witz (Michel) ist doch, dass sich arabische Clans auf Kosten der Bevölkerung berei ...

    Luxusautos gibt es zuhauf auch in Bethlehem – mit palästinensischen Kennzeichen. Selbst gesehen und fotografiert.
    Der Witz (Michel) ist doch, dass sich arabische Clans auf Kosten der Bevölkerung bereichern.

    Lotte, Freitag, 08.02.19, 14:18 Uhr

    Das Thema hatten wir ja schon vor kurzem. Selbst das ARD-Büro hat hier schon mal zugegeben, dass im Westjordanland neben einfachen Häusern reichlich "Villen und dicke Autos" existieren, "die jeder seh ...

    Das Thema hatten wir ja schon vor kurzem.

    Selbst das ARD-Büro hat hier schon mal zugegeben, dass im Westjordanland neben einfachen Häusern reichlich „Villen und dicke Autos“ existieren, „die jeder sehen kann“; bei ihren Berichten aus Gaza war neben Elend Gleiches zu sehen bzw. im Hintergrund ab und an zu erahnen, nur wohl (da ich noch nie direkt in Gaza war) wesentlich ausgeprägter und somit kontrastreicher. Mathias Schmale ist erst seit Oktober 2017, 1 Jahr und 5 Monate, für die „Palästinensischen Autonomiegebiete“ zuständig (s. eigene Linkedin Seite) bzw. in Gaza … Nur Mut dann irgendwann mal zu klaren Aussagen bzgl. der Kausalität.

      Micheal K., Sonntag, 10.02.19, 20:30 Uhr

      Lotte, das ist ja ein Witz!! Nein, einfaches Abstreiten von Tatsachen. Seit wann soll Gaza nicht mehr besetzt sein? Weil Soldaten, Mauern, Stacheldraht eine Bevölkerung von der Aussenwelt abriegelt, u ...

      Lotte, das ist ja ein Witz!! Nein, einfaches Abstreiten von Tatsachen. Seit wann soll Gaza nicht mehr besetzt sein? Weil Soldaten, Mauern, Stacheldraht eine Bevölkerung von der Aussenwelt abriegelt, und die sich nicht in aber um Gaza herum befinden? Die Ein-und Ausfuhr von Waren und die Aus- und Einreise von Palästinensern ist von Israel nicht kontrolliert und unterbunden? Man nimmt dem Menschen die Fesseln, schliesst sie aber ein hinter Stacheldraht und elektronischen Zäunen und lässt verlauten „du bist frei“. Welch ein Hohn..

      Auch wenn man die anderen Kommentare liest, die Haare stehen einem zu Berge.Man muss zugeben, die betriebene Gehirnwäsche ist effektiv.und erfolgreich..Man errichtet ein Getto und sieht den Menschen nicht mehr; den Menschen den man zuvor enteignet und zu Gefangenen gemacht hat. Für den Besatzer bedeutet Anstand und friedvolles Verhalten sich dem Unrecht zu ergeben. Wie in Süd-Afrika, da hilft eben nur BDS!!!

    Alexander, Freitag, 08.02.19, 11:44 Uhr

    Die UNRWA nimmt der Hamas lästige Aufgaben wie Gesundheitsversorgung und Bildung ab, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren kann.

    Die UNRWA nimmt der Hamas lästige Aufgaben wie Gesundheitsversorgung und Bildung ab, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren kann.

      Florian, Freitag, 08.02.19, 13:25 Uhr

      Alexander, Kerngeschäft der Hamas? Raketen abfeuern, Tunnel bauen, öffentliche Hinrichtungen, Unterdrückung aller Menschenrechte, Finanzierung der sogenannten Demonstranten am Grenzzaun ...

      Alexander,
      Kerngeschäft der Hamas?
      Raketen abfeuern, Tunnel bauen, öffentliche Hinrichtungen, Unterdrückung aller Menschenrechte, Finanzierung der sogenannten Demonstranten am Grenzzaun …

      Doris, Freitag, 08.02.19, 14:03 Uhr

      Sie meinen die UNRWA nimmt Israel diese Aufgaben ab. Normal muss sich der Besatzer um die von Ihm besetzte Bevölkerung kümmern. Aber das Völkerrecht und Menschenrecht hat die israelischen Regierungen ...

      Sie meinen die UNRWA nimmt Israel diese Aufgaben ab. Normal muss sich der Besatzer um die von Ihm besetzte Bevölkerung kümmern. Aber das Völkerrecht und Menschenrecht hat die israelischen Regierungen noch nie interessiert.

      Israel missbraucht die Palästinenser als billige Arbeitskräfte und stiehlt deren Land und Ressourcen. Es ist an der Zeit, dass Israel Entschädigung in Milliardenhöhe an die Palästinenser leistet!

      Lotte, Samstag, 09.02.19, 14:33 Uhr

      Doris, bitte nehmen Sie endlich mal den Fakt zur Kenntnis: Gaza ist nicht mehr besetzt ! 2005 erfolgte der Abzug Israels aus Gaza. In den nachfolgenden Wahlen wurde die Hamas gewählt, mehrheitlich von ...

      Doris,
      bitte nehmen Sie endlich mal den Fakt zur Kenntnis:
      Gaza ist nicht mehr besetzt !
      2005 erfolgte der Abzug Israels aus Gaza.
      In den nachfolgenden Wahlen wurde die Hamas gewählt, mehrheitlich von der Bevölkerung dort – nicht von außerirdischen Aliens.
      2007 erfolgte die totale Machtübernahme durch „Putsch gegen die eigenen Brüder der Fatah“ durch die islamistische Hamas – die furchtbaren Bilder gingen durch die Medien aller politischen Richtungen rund um die Welt.
      Mit allen Folgen bis heute.

    Florian, Freitag, 08.02.19, 7:03 Uhr

    Nun hat ja auch die UNO festgestellt, dass von Einrichtungen der UNRWA, Schulen etc., Raketen nach Israel abeschossen wurden und in ihnen Waffen gelagert wurden. Für die vielbeklagte mangelhafte Mülla ...

    Nun hat ja auch die UNO festgestellt, dass von Einrichtungen der UNRWA, Schulen etc., Raketen nach Israel abeschossen wurden und in ihnen Waffen gelagert wurden.
    Für die vielbeklagte mangelhafte Müllabfuhr und Straßenreinigung in Ost-Jerusalem ist die UNRWA zuständig.
    Die UNRWA ist einmalig: Die Palästinenser sind die einzige Flüchtlingsgruppe der Welt, die eine eigene Hilfsorganisation der UNO hat. Nur diese Flüchtlingsgruppe vererbt ihren Flüchtlingsstatus.
    Von den 1948 geflohenen Arabern aus Israel leben heute noch etwa 30.000. Die UNRWA rechnet aber nach wie vor mit 5 Mio.

    Die UNRWA betreibt Schulen, in denen mit Schulbüchern unterrichtet wird, in denen zu Hetze, Mord an Juden aufgerufen wird.

    Das ist die UNRWA.

      Doris, Montag, 11.02.19, 12:34 Uhr

      Die Israelis haben ihren Flüchtlingsstatus also nicht vererbt? Mit welcher Begründung wurde Israel dann gegründet? Beruft sich Israel nicht auf eine Vertreibung bzw. Flucht von vor 2000 Jahren? Wollen ...

      Die Israelis haben ihren Flüchtlingsstatus also nicht vererbt?
      Mit welcher Begründung wurde Israel dann gegründet?
      Beruft sich Israel nicht auf eine Vertreibung bzw. Flucht von vor 2000 Jahren?
      Wollen sie mir erzählen, dass das keine Nachkommen sind? Oder wollen sie behaupten die Israelis sind alle schon über 2000 Jahre alt?
      Warum sollen nur die jüdischen Nachkommen das Recht haben zurückzukehren?

      Die Palästinenser verlieren aber nach nur ein paar Jahrzehnten das Recht auf Rückkehr?

    Alexander, Donnerstag, 07.02.19, 18:11 Uhr

    Ich finde, die beschriebenen Aufgaben der UNWRA hätten schon längst der Hamas übertragen werden müssen. Die hätte dann weniger Geld für Raketen und die Gazaner könnten von ihr ein besseres Leben einfo ...

    Ich finde, die beschriebenen Aufgaben der UNWRA hätten schon längst der Hamas übertragen werden müssen. Die hätte dann weniger Geld für Raketen und die Gazaner könnten von ihr ein besseres Leben einfordern. Die Unterstützung der UNWRA durch Deutschland ist eine Quersubventionierung der Hamas. Peinlich!

    Axel Stolpe, Donnerstag, 07.02.19, 15:06 Uhr

    Was für ein Katzenjammer. Sorry, die Menschen tun mir leid, die da Leiden werden. Doch die UNRWA hat seid Jahren auf ganzer Linie versagt. Anstelle den Menschen Wege zu zeigen, wie sie aus den Flüchtl ...

    Was für ein Katzenjammer. Sorry, die Menschen tun mir leid, die da Leiden werden. Doch die UNRWA hat seid Jahren auf ganzer Linie versagt. Anstelle den Menschen Wege zu zeigen, wie sie aus den Flüchtlingsstatus heraus kommen, hat auch sie die Menschen künstlich als Flüchtlinge gehalten. Damit spielte sie ein Spiel, welches nur den arabischen Machthabern geviel, aber nicht den Betroffenen.

      martina, Freitag, 08.02.19, 0:41 Uhr

      hallo axel. was sagst du zu seinem satz: die alternative diese staatlichen aufgaben aufzugeben, wäre sie an die hamas zu übergeben. er geht davon aus, das dann die leute nicht mehr versorgt werden wür ...

      hallo axel.
      was sagst du zu seinem satz: die alternative diese staatlichen aufgaben aufzugeben, wäre sie an die hamas zu übergeben.
      er geht davon aus, das dann die leute nicht mehr versorgt werden würden. die folge wäre dann absolutes elend.
      hoffst du dann auf einen bürgerkrieg in dem die hamas abgesetzt wird? freiwillig wird sie ja nicht weichen.
      mir ist nicht so klar, wie man im gazastreifen geld verdienen kann. denn unternehmen können ja nicht exportieren, handel treiben usw durch die blockaden von israel und ägypten.
      und ich kann mir auch kein unternehmen vorstellen, das unter der hamas oder den ständigen unruhen dort eine zweigstelle bauen will.
      mir ist unklar, was genau du von der unwra forderst, das sich die selbstversorgung der gazianer verbessert. denn sie übernimmt zwar staatliche aufgaben, aber sie verhandelt ja nicht mit der hamas oder israel wegen gesetzen oder sorgt für die einhaltung von gesetzen oder bekämpft korruption usw usw
      gruß

      Florian, Freitag, 08.02.19, 12:54 Uhr

      Wenn die Hamas das Geld nicht für Waffen und Tunnelbau einsetzte, wäre genügend für die Bevölkerung vorhanden. Die Bereicherung der Hamas-Funktionäre zeigt, wie sie in Gaza Geld verdienen können. Die ...

      Wenn die Hamas das Geld nicht für Waffen und Tunnelbau einsetzte, wäre genügend für die Bevölkerung vorhanden.
      Die Bereicherung der Hamas-Funktionäre zeigt, wie sie in Gaza Geld verdienen können.

      Die UNRWA wird instrumentalisiert von der Hamas. Und sie macht nur allzu bereitwillig mit.

      Es ist das alte Lied. Die Araber leiden und Israel ist der Aggressor.

      Der Nahostkonflikt, reduziert auf Israel und Palästinenser, wobei alle anderen Konflikte ausgeblendet werden, ist die Plattform, auf der und mit der heue bequem und unverdächtig unter dem Mantel der Israelkritik Antisemitismus geäußert werden kann. Da werden dann die Menschenrechte bemüht, die jedoch für Israel und Juden nicht gelten. Vgl. Charta der Hamas.

      Axel Stolpe, Freitag, 08.02.19, 18:23 Uhr

      Die UNRWA hätte dafür sorgen müssen, dass die Flüchtlinge von 1948 ihren Flüchtlingsstatus verlieren. Also dort wo sie sind neue Perspektiven haben ubd ein neues Leben aufbauen. Es geht da nicht um Ha ...

      Die UNRWA hätte dafür sorgen müssen, dass die Flüchtlinge von 1948 ihren Flüchtlingsstatus verlieren. Also dort wo sie sind neue Perspektiven haben ubd ein neues Leben aufbauen. Es geht da nicht um Hamas oder Fatah, die gab es damals nicht. Ein Flüchtlingswerk sollte durch seine Arbeit dafür sorgen sich selbst überflüssig zu machen.

      martina, Sonntag, 17.02.19, 21:48 Uhr

      florian. die hamas tut das aber nicht, das geld für die bevölkerung einzusetzen. das wird sie auch nicht machen, wenn die unwra es nicht mehr tun würde. wenn du es so siehst, werden die hilfsorganisat ...

      florian. die hamas tut das aber nicht, das geld für die bevölkerung einzusetzen. das wird sie auch nicht machen, wenn die unwra es nicht mehr tun würde.
      wenn du es so siehst, werden die hilfsorganisationen der uno in der ganzen welt isntrumentalisiert, was sicher auch so ist. dann könnte man alle hilfsorganisationen und hilfslieferungen abschaffen auch die ngo s.
      hamas ist ein terrorstaat und niemand bestreitet ernsthaft, das die hamas die juden vernichten will.
      der gaza streifen ist blockiert von ägypten und israel. aber israel hat ja auch gründe für die blockade. usw
      wieso sage ich dadurch, das die menschenrechte für juden und israel nicht gelten?
      ich wäre froh, wenn die unosoldaten die hamas ausschalten würden. die tut den palästinensern nicht gut. aber dafür gibt es kein mandat. israel sollte es, wenn es nach mir gehen würde, bei der uno beantragen.
      wahrscheinlich wird die uno das aber auch nicht wollen, weil der nahostkonflikt eben nicht nur israel und palästinenser sind….
      gr

      martina, Sonntag, 17.02.19, 21:50 Uhr

      ps wenn die hamas endlich weg wären, würdet ihr hoffentlich der uno als verhandlungspartner zustimmen. und ich hätte dann mehr hoffnung für eine zwei-staaten-lösung

      ps wenn die hamas endlich weg wären, würdet ihr hoffentlich der uno als verhandlungspartner zustimmen. und ich hätte dann mehr hoffnung für eine zwei-staaten-lösung