Foto: BR | Michael Shubitz

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Die Schildkröten-Schützer

Sie retten kranke Meeresschildkröten und geben frisch geschlüpften Reptilien Starthilfe ins Leben

Es ist Turtle-Saison in Israel: Wir waren mit der Kamera dabei, als die Baby-Schildkröten an den Stränden schlüpfen und ihren Weg ins Mittelmeer suchen. Viele Eier sind in dafür geschützten Strandabschnitten vergraben.

Von Mike Lingenfelser
Am 28.09.2017

Israels Rettungszentrum für Meeresschildkröten in Mikhmoret und viele ehrenamtliche Helfer leisten beeindruckende, international beachtete Arbeit, um die bedrohte Art zu erhalten. Das Rettungszentrum gab uns Einblicke in die Notaufnahme für kranke und verletzte Meeresschildkröten. Manche “Patienten” sind schon 50 Jahre alt, wie etwa der 66 Kilo schwere Pinto. Ein selten gewordener Vertreter seiner Art, er wurde daher mit einem Peilsender ausgestattet, um ihn später nach der Entlassung ins Meer orten zu können. Um das Leben von Patientin Michelle kämpfen die Mitarbeiter tagelang. Sie hat wegen einer schweren Halsverletzung Wasser in der Lunge und muss künstlich beatmet werden – ihr Leben können die Tierschützer am Ende leider nicht retten. Die riesige Schildkröte Miriam dagegen kann nach einer monatelangen Behandlung ihrer Kopfverletzung mit Idealgewicht wieder zurück ins Meer entlassen werden. Die israelischen Tierschützer haben auch Wege gefunden, mit Kollegen in allen Mittelmeeranrainerstaaten zusammen zu arbeiten – auch in verfeindeten Ländern wie Libanon und Syrien.

Beitrag: Mike Lingenfelser – Kamera: Michael Shubitz – Ton: Ricardo Levy – Schnitt: Ethan Spilkin