Foto: BR | Alex Goldgraber

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Tim Aßmann - Studioleiter Radio

Geboren 1974 in Celle/Niedersachsen. Nach der Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann folgten Abitur und Beginn des Studiums der Kommunikationswissenschaften, Politik sowie Neuerer und Neuester Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Parallel freie Mitarbeit für die dpa und als aktueller Reporter für alle Hörfunkwellen des BR. Ab 2012 Redakteur für Politik und Hintergrund beim Bayerischen Rundfunk und ab 2013 Leitung der ARD-Hörfunk-Berichterstattung vom NSU-Prozess. Seit 2007 Einsätze in den Auslandsstudios Tel Aviv, Kairo und Wien. Ab April 2017 Korrespondent im ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv.

Weihnachten in Bethlehem 2007. Mein erster Besuch als Korrespondent in der Region. Schon damals war ich schnell fasziniert – von der Vielfalt, die einem hier im Alltag begegnet. Vom bunten lebendigen Tel Aviv, über das stark von Geschichte und Religion geprägte Jerusalem bis zum arabischen Markttreiben in Ramallah. Es ist diese Mischung, die auch nach rund zehn Jahren regelmäßiger Vertretungen im Studio Tel Aviv für mich nichts an Reiz verloren hatte. Seit August 2017 Korrespondent und Studioleiter im ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv.

Alles ist irgendwie politisch

Als Journalist fasziniert mich am Berichtsgebiet auch, dass viele der Themen sehr politisch sind und alles mit allem zusammen hängt. Die Entwicklung in den Nachbarländern und zwischen Weltmächten wie Russland und den USA oder dem Westen und dem Iran hat Auswirkungen auf Israelis und Palästinenser. Ebenso wirkt der Nahostkonflikt nach wie vor über die Grenzen des Berichtsgebietes hinaus. Die Politik greift direkt oder indirekt tief in den Alltag der Menschen ein – egal ob in Gaza, Ost- und Westjerusalem oder den arabischen Dörfern und jüdischen Siedlungen des Westjordanlandes. Das Zerwürfnis von Hamas und Fatah bestimmt die palästinensische Innenpolitik und in Israel bestehen die Ursachen der Sozialproteste von 2011 überwiegend weiter. Die Geschichten der Menschen erzählen und schildern zu dürfen, welche Folgen ungelöste politische Konflikte für sie haben, sehe ich als journalistisches Privileg und als Verpflichtung gleichermaßen.