Foto: BR | Alex Goldgraber

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Peter Kapern – 2016/17 im Studio Tel Aviv

Korrespondent Radio

Geboren 1962 in Hamm/ Westfalen. Studium in Münster (Politikwissenschaften, Soziologie, Philosophie). Seit 1989 in verschiedenen Funktionen beim Deutschlandfunk: Redakteur, Moderator der Informationssendungen, Leiter der Redaktion Innenpolitik, Korrespondent in Düsseldorf und Brüssel. Seit 2012 zudem regelmäßige Einsätze als Korrespondent im ARD-Studio in Tel Aviv.

Warum springen die jetzt alle aus ihren Autos und hechten bäuchlings hinter die Bordsteinkante? August 2012. Mein erster Einsatz als Korrespondent im ARD-Studio in Tel Aviv. Der Koffer: gerade erst ausgepackt. Eine Sirene, die ganz anders klingt als ein Krankenwagen oder die Polizei. Und Menschen, die Deckung suchen. Raketenalarm. Ein weiterer Gazakrieg hat begonnen. Ein bedrückendes Erlebnis, das meine Neugier auf diese Weltregion noch verstärkt hat: Warum geschieht dies immer wieder? Sind die regelmäßig wiederkehrenden Waffengänge wirklich unvermeidlich? Und wie kann so viel Schönes, Faszinierendes, Ermutigendes im scheinbar ewigen Schatten dieser Gewalt gedeihen wie hier: in Israel, im Gazastreifen, im Westjordanland?

30 Berufsjahre und eine wichtige Erkenntnis

Den Beschluss, Journalist zu werden, habe ich 1977 gefasst, auf den Fluren zwischen den Redaktionsbüros beim „Westfälischen Anzeiger und Kurier“ in Hamm. Zu meinem Schüler-Job als Redaktionsbote gehörte es, die Agenturmeldungen, die damals noch auf Endlospapier ausgedruckt wurden, auf die unterschiedlichen Redaktionen zu verteilen. Die Vorstellung, als Journalist alles Wichtige dieser Welt in einer Hand zu halten zu können – das hat mich an diesem Beruf fasziniert. Kurz drauf der erste selbst verfasste Artikel – über ein Leonard Cohen-Konzert in Münster. Ein paar Jahre und viele Artikel später der Wechsel zum WDR als freier Mitarbeiter beim Lokalfernsehen in Dortmund. Und schließlich, 1989, der Sprung zum Deutschlandfunk. Mit dem Mikrofon in der Hand habe ich als Reporter das Ende der DDR und die Wiedervereinigung erlebt, später als Moderator im Kölner Funkhaus die Terroranschläge vom 11. September 2001 und danach als Korrespondent in Brüssel die Erweiterung der EU auf 28 Mitgliedstaaten. Und nun also, im Dienst der gesamten ARD, die Arbeit im Studio Tel Aviv. Die wichtigste Erkenntnis nach 30 Berufsjahren. Eine Hand reicht längst nicht, um die Nachrichten aus aller Welt zu fassen!