Foto: BR | Alex Goldgraber

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Markus Rosch 2011–2017 im Studio Tel Aviv

Korrespondent Fernsehen

Geboren 1968 in München. Nach Abitur, Wehrdienst und Banklehre, Studium der Neueren Geschichte und der Politikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Während des Studiums Mitarbeiter an der Bundeswehruniversität in München, in der Forschungsstelle für deutsch-jüdische Zeitgeschichte und beim Bayerischen Rundfunk in der Redaktion Report und der Innenpolitik. Ab 2006 dann dort festangestellter Redakteur. Seit 2003 regelmäßige Vertretungen im ARD-Studio Tel Aviv. Seit 2011 in diesem Berichtsgebiet ARD-Fernsehkorrespondent.

Juni 2001: Mein erster Eindruck von Tel Aviv, von Israel: Gesperrte Straßen, trauernde Menschen, Blut am Boden. Eine Stadt unter Schock nach einem der schlimmsten Terroranschläge. Es trifft das Dolphinarium an der Strandpromenade. Ein Selbstmordattentäter hat eine Bombe in einem vollbesetzten Tanzlokal gezündet. 21 Menschen , zumeist Jugendliche, sterben, werden durch die Nagelbombe zerfetzt. Am Vortag hat meine Journalistenreise der Bundeszentrale für Politische Bildung in Frankfurt begonnen. In der Nacht dann der Anschlag. Und nun? Sollen wir fliegen? Wir tun es. Und gehen nach der Ankunft sofort zum Ort des Anschlages. Ein Ort des Entsetzens. Trauernde Freunde, Eltern, Angehörige.
Diese Ereignis und viele andere – wie der Libanon-Krieg 2006 und alle drei Gaza-Kriege – prägen meine journalistische Arbeit in der Region. Grenzerfahrungen, die ich sicherlich nie vergessen werde. Aber nicht nur Terror und Krieg brennen sich ins Gedächtnis. Sondern auch die wunderschönen Landschaften, die Freundlichkeit und Eigenwilligkeit der Menschen, die unbändige Lebenslust, das unfassbar gute Wetter und nicht zuletzt das phantastische Essen. Für einen Journalisten und Korrespondenten ist die Arbeit in Israel und den palästinensischen Gebieten sicherlich ein Traumjob. Auch wenn dieser Traumjob oft auch 24/7 bedeutet.

Ein Traumjob, der oft 24/7 bedeutet

Möglich ist das aber nur mit einem guten Team. Und das haben wir im ARD Studio Tel Aviv! Unsere israelischen, palästinensischen und deutschen Mitarbeiter sind eine eingeschworene, manchmal fordernde, aber immer unterstützende Truppe, auf die man sich komplett verlassen kann. Auch in schwierigen Zeiten. Und die Berichterstattung wird schwieriger. Informationen werden abseits der klassischen Medien schnell und oft ungeprüft veröffentlicht. Jeder ist mittlerweile Experte, vor allem für diese Region. Im Netz prallen unterschiedliche Meinungen ungefiltert aufeinander, anonym oder manchmal auch weniger anonym wird Hass, auch gegen uns Korrespondenten verbreitet. Damit umzugehen, auch das wird in der Zukunft die große Herausforderung für alle Korrespondenten hier vor Ort sein.