Foto: BR | Tel Aviv

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Massenprotest in Tel Aviv

"Israel - ein Staat aller Bürger"

Tausende arabische Israelis haben in Tel Aviv gegen das neue Nationalitätsgesetz demonstriert. Sie fühlen sich von dem Gesetz diskriminiert, das den jüdischen Charakter des Staates Israel festschreibt. Auch viele jüdische Israelis reihten sich solidarisch in den Protestzug ein. Es ist bereits die zweite Großkundgebung in der Sache innerhalb einer Woche. Trotzdem steht der Widerstand der arabische Bevölkerung gegen das Gesetz erst am Anfang.

Von Mike Lingenfelser
Am 12.08.2018

Beitrag: Mike Lingenfelser | Kamera: Alex Goldgraber | Ton: Moshe Lubliner | Schnitt: Ethan Spilkin.

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9 thoughts on “Massenprotest in Tel Aviv”

    gunther, Dienstag, 14.08.18, 8:48 Uhr

    Aus dem palästinensischen Verfassungsentwurf von 2003: ARTICLE 3 Jerusalem is the Capital of Palestine. ARTICLE 4 Islam is the official religion in Palestine. Respect and sanctity of all other heavenl ...

    Aus dem palästinensischen Verfassungsentwurf von 2003:

    ARTICLE 3

    Jerusalem is the Capital of Palestine.
    ARTICLE 4

    Islam is the official religion in Palestine. Respect and sanctity of all other heavenly religions shall be maintained.
    The principles of Islamic Shari’a shall be the main source of legislation.
    Arabic shall be the official language.

    Hat dagegen jemand protestiert?
    Wird das als Apartheid bezeichnet?

    Wenn Israel für etwas kritiert wird, das man allen anderen durchgehen lässt, so ist das Antisemitismus.

    Renate, Sonntag, 12.08.18, 22:28 Uhr

    Ich glaube, es ist nicht die Linke, die den Aufruhr herbeigerufen hat. Es war die Rechte , die ein Gesetz geschaffen hat, dass manifestieren soll, was längst festgeschrieben steht und hierbei hat sie ...

    Ich glaube, es ist nicht die Linke, die den Aufruhr herbeigerufen hat. Es war die Rechte , die ein Gesetz geschaffen hat, dass manifestieren soll, was längst festgeschrieben steht und hierbei hat sie den Minderheiten in Israel das Gefühl vermittelt, dass sie nicht gleichberechtigte Bürger sind. In der Unabhängigkeitserklärung ist von einem jüdischen und demokratischen Stast die Rede. Der jüdische Charakter wird in den Basic Laws betätigt. 70 Jahre konnte man damit gut leben und niemand hätte daran etwas ändern wollen. Und jetzt hat die rechte Regierung mit nur wenigen Stimmen Mehrheit den Unmut größerer Bevölkerungsteile hervor gerufen. Somit ist sie mitverantwortlich, selbst für ungerechtfertigte Gewalt, die aus der Unruhe entstehen kann. War das wirklich nötig?

      ariel, Montag, 13.08.18, 9:53 Uhr

      "und jetzt hat die rechte Regierung mit nur wenigen Stimmen Mehrheit den Unmut größerer Bevölkerungsteile hervor gerufen." jetzt passt dir die demokratie nicht mehr oder wie soll man das verstehen? ei ...

      „und jetzt hat die rechte Regierung mit nur wenigen Stimmen Mehrheit den Unmut größerer Bevölkerungsteile hervor gerufen.“

      jetzt passt dir die demokratie nicht mehr oder wie soll man das verstehen? eine kleine mehrheit ist auch eine mehrheit. und wenn man schaut, wer da alles nicht zufrieden ist, so wird man sehr schnell feststellen, dass es sich entweder um radikallinke handelt oder um die araber, welche alles juedische in dem staat ablehnen.

      der staat ist in erster linie juedisch und erst danach demokratisch. das sollte jeder verstehen.

      zur gewalt ist es noch nicht gekommen, also sollte man aufhoeren prophylaktisch die regierung dafuer verantwortlich zu machen.

      die dynamik des protests kann man folgendermassen beschreiben:

      die gesetzgegner haben am anfang protestiert, bis jeder die 25 zeilen gelesen und verstanden hat. und jetzt protestieren nur die radikalen kraefte. wie viele israelische flaggen habt ihr in dem video gesehen? genau…

      Renate, Dienstag, 14.08.18, 10:45 Uhr

      Ariel „Jetzt passt dir die Demokratie nicht mehr“ ist ja Quatsch. Es gab eine große Zahl von Gegenstimmen. Wenn man die ignoriert u. nur mit wenigen Stimmen Mehrheit ein fragwürdiges Gesetz durchdrück ...

      Ariel „Jetzt passt dir die Demokratie nicht mehr“ ist ja Quatsch. Es gab eine große Zahl von Gegenstimmen. Wenn man die ignoriert u. nur mit wenigen Stimmen Mehrheit ein fragwürdiges Gesetz durchdrückt, ist allg. Unzufriedenheit vorprogrammiert. Und wenn sich Minderheiten, die zusammengenommen einen grösseren Bevölkerungsanteil ausmachen, nicht gesehen fühlen, hat man ein Problem. Ich meine, dass es nicht nötig war, doppelt festzuklopfen, dass Israel ein jüdischer Staat ist. Israel ist und bleibt ein jüdischer und demokratischer Staat, die Nationalhymne ist die Hatikva und diese Hoffnung ist bindend, die Flagge ist weißblau mit dem Davidstern in der Mitte. 1. Amtssprache ist Hebräisch, 2. Arabisch, und was gleiche Rechte angeht, ist in der wunderbaren Unabhängigkeitserklärung formuliert. Ich meine, die Durchsetzung dieses Gesetzes, das die Gefühle von Menschen verletzt, war unötig, ungut u. sorgt für Unruhe und ungerechtfertigte Gewalt sowie Spaltung in der Gesellschaft.

    ariel, Sonntag, 12.08.18, 20:15 Uhr

    "viele haben resegniert und glauben nicht, dass ihr protest etwas bewirken kann." kann das sein, dass es den allermeisten arabern etweder egal ist, was in dem gesetz steht oder dass sie einfach nicht ...

    „viele haben resegniert und glauben nicht, dass ihr protest etwas bewirken kann.“

    kann das sein, dass es den allermeisten arabern etweder egal ist, was in dem gesetz steht oder dass sie einfach nicht verstehen, was so schlimm an dem gesetz sein soll. praktisch aendert das gesetz rein gar nichts. und da

    ich sehe in dieser behauptung eine klare bevormundung israelischer araber, durch die linke und die ard reporter.

    was habt ihr in den letzten 70 jahren verpasst? habt ihr schon man die unabhaengigkeitserklaerung gelesen? die israelische flagge gesehen? die israelische hymne gehoert? kennt ihr nicht, dass gesetz welches es allen juden erlaubt nach israel zu kommen?

    israel war, ist und wird immer ein juedischer nationalstaat sein. die araber welche mit PLO fahnen gekommen sind und arabische nationalistische parollen geschriehen haben (was hier natuerlich nicht erwaehnt wurde) werden daran nichts aendern.

      Lustig, Montag, 13.08.18, 11:24 Uhr

      "was hier natuerlich nicht erwaehnt wurde": Das waren die friedlichen Demosprüche - mitten in Tel Aviv: -With spirit and blood we will redeem you, Palestine! -From Gaza came a decision! - Intifada and ...

      „was hier natuerlich nicht erwaehnt wurde“:

      Das waren die friedlichen Demosprüche – mitten in Tel Aviv:

      -With spirit and blood we will redeem you, Palestine!
      -From Gaza came a decision! – Intifada and Victory!

    gunther, Sonntag, 12.08.18, 18:19 Uhr

    Seltsam, die Drusen protestieren - gegen die Palästinenserfahnen bei der Demo. Eine Fatwa verbietet den islamischen Arabern in Israel an der Kommunalwahl in Jerusalem teilzunehmen. Ach, wenn doch über ...

    Seltsam, die Drusen protestieren – gegen die Palästinenserfahnen bei der Demo.
    Eine Fatwa verbietet den islamischen Arabern in Israel an der Kommunalwahl in Jerusalem teilzunehmen.

    Ach, wenn doch über solche seltsamen Fakten hier einmal berichtet würde.

    Gerd, Sonntag, 12.08.18, 15:11 Uhr

    Gejammer hin, Gejammer her. Die Realität ist stärker: Wo sind die arabischen Asylbewerber aus Israel? Wenn dort Minderheiten so schrecklich behandelt würden, wie deren Vertreter den Medien weiß machen ...

    Gejammer hin, Gejammer her. Die Realität ist stärker:

    Wo sind die arabischen Asylbewerber aus Israel? Wenn dort Minderheiten so schrecklich behandelt würden, wie deren Vertreter den Medien weiß machen, dann müssten die arabischen Israelis in Schaaren Reißaus nehmen. Machen sie aber nicht!

    Sie wandern nicht aus, sie stellen keine Asylanträge in Deutschland, sie bleiben in dem Land, dass sie angeblich so schlimm behandelt.

      Michael K., Sonntag, 12.08.18, 20:27 Uhr

      Gerd, wenn du ein bisschen nachdenklicher wärest, so würdest du dich vielleicht fragen, wo die Grenze wäre oder wann sich in Israel lebende Paästinenser versuchen würden ihr Land zu verlassen. Wenn ma ...

      Gerd, wenn du ein bisschen nachdenklicher wärest, so würdest du dich vielleicht fragen, wo die Grenze wäre oder wann sich in Israel lebende Paästinenser versuchen würden ihr Land zu verlassen. Wenn man Flüchtling in seinem eigenen Land ist, diskriminiert wird und fühlt, nicht gleichberechtigt wie jüdische Bewohner behandelt zu werden, aber nicht um sein Leben fürchten muss, dann ist das vielleicht Grund genug zu bleiben. Es ist ja immerhin das Land, das ihre Heimat ist und sie eines Tages hoffen Gerechtigkeit zu erfahren.

      Aber schon vor der Staatsgründung Israels wurden palästinensische Dörfer überfallen, Menschen erschossen und auf die Flucht getrieben. Es kam zu Massakern. Aber das bedeutet dir nichts? Wir müssen auch mit der Vergangenheit klarkommen. Nicht nur was uns angetan wurde und wird, sondern auch was wir anderen antun und angetan haben. Ohne moralischen Kompass verroht eine Gesellschaft.