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Im Schatten des Verdachts

Der Fall von World Vision Chef el Halabi in Gaza wirft Fragen auf. Hat er wirklich Spenden an die Hamas geleitet?

Vorwürfe, die per Youtube um die Welt gehen. Ein Generalmajor, der sich vor laufender Kamera verspricht. Und ein Prozess, der hinter verschlossener Tür stattfindet. Viele Dinge scheinen im Fall des angeklagten World Vision Chefs mysteriös. Und der Vater des Angeklagten hat einen Verdacht.

Von Peter Kapern
Am 06.12.2016

Heute Abend will Ammar Salah wieder rausfahren. Im Stehen paddelt der Fischer dann mit seinem blauen Boot, das eher wie ein klobiges Surfbrett aussieht, auf das Meer. Gleich vor dem Strand von Gaza legt er das Netz aus. Ein mühseliges Geschäft, die Beute ist minimal. Zwei Dutzend Krebse und drei, vier Kilo kleine Meeräschen hat er heute früh aus dem Wasser gezogen. Das reicht nicht zum Leben, sagt Ammar Salah.

Und jetzt, da die Leute von World Vision den Fischern nicht mehr helfen, wird es noch schlimmer werden: Früher hätten sie die Leute bezahlt, die die Netze reparierten, zwei Mal im Jahr hätten Fischer neue Netze bekommen, manchmal, wenn es nötig war, auch ein neues Boot.

 

Früher bekamen die Fischer von World Vision neue Netze. Doch im Sommer wurde die Hilfe eingestellt. Foto: picture-alliance | dpa

Früher bekamen die Fischer in Gaza von der Organisation World Vision neue Netze. Doch im Sommer wurde die Hilfe eingestellt. Foto: picture-alliance | dpa

 

World Vision ist mit einem Spendenaufkommen von über zweieinhalb Milliarden US-Dollar eine der größten Hilfsorganisationen der Welt. Seit den 1970er Jahren engagierte sich die christliche NGO im Gazastreifen. Bis sie vor ein paar Wochen ihre 120 Mitarbeiter dort entließ und jegliche Hilfsarbeit einstellte. Der Grund für dieses abrupte Ende hat einen Namen: Mohammed el Halabi.

 

Mohammed el Halabi? Ich kenne Mohammed el Halabi! Er ist der beste Mensch. Er hat den Fischern und Bauern immer geholfen. Und seit er verhaftet ist, ist unsere Lage katastrophal. Alle Fischer und Bauern wissen, dass er unschuldig ist. Ich rufe die ganze Welt auf, mit Mohammed el Halabi solidarisch zu sein, damit die Israelis ihn freilassen.

— Ammar Salah, Fischer im Gazastreifen

 

Mohammed el Halabi war zehn Jahre lang Mitarbeiter von World Vision. Seit 2014 war er sogar der Direktor der Hilfsorganisation im Gazastreifen. Ein bulliger Glatzkopf, der 2014 von den Vereinten Nationen als „humanitarian hero“, als „Held der Mitmenschlichkeit“ ausgezeichnet worden ist.

 

 

Die Israelis halten Mohammed el Halabi für einen Maulwurf, für ein Mitglied der Hamas, das von der Terrororganisation bei World Vision eingeschleust wurde, um die Hilfsorganisation auszuplündern. Zu Mohammed el Halabis Job gehörte es, den Kontakt zu halten zum Hauptquartier von World Vision in Jerusalem. Regelmäßig fuhr er deshalb dorthin zu Besprechungen. Auch am 15 Juni. An diesem Tag aber kam er nicht zurück:

 

Wir haben hier gesessen und gewartet, und wir haben ihn immer wieder angerufen, aber sein Telefon war ausgeschaltet. Erst um Mitternacht haben uns die Israelis gesagt, dass er verhaftet ist.

— Halil el Halabi, Vater von Mohammed

 

Halil el Halabi hat am Tag der Verhaftung seines Sohnes auf ihn gewartet – doch Mohammed kam nicht nach Hause. Foto: BR | Peter Kapern

Halil el Halabi hat am Tag der Verhaftung seines Sohnes auf ihn gewartet – doch Mohammed kam nicht nach Hause. Foto: BR | Peter Kapern

 

Die Öffentlichkeit erfährt zu diesem Zeitpunkt nichts davon, dass Mohammed el Halabi festgenommen worden ist. Er verschwindet einfach im Schikma-Gefängnis in Aschkelon, wo der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet ein Verhörzentrum betreibt. Was dort mit palästinensischen Gefangenen geschieht, steht seit langem in der Kritik:

Die Häftlinge werden in eine schäbige, kleine, stinkende, dreckige Zelle ohne Fenster und Frischluft eingesperrt. Da drinnen können sie nicht mal sagen, ob es gerade Tag oder Nacht ist. Die Zelle ist voller Ungeziefer und die hygienischen Bedingungen sind schrecklich. Es gibt keine Dusche, keine saubere Kleidung und das Essen ist nahezu ungenießbar.

— Sarit Michaeli, Sprecherin der Menschenrechtsorganisation Betselem

 

Sarit Michaeli spricht von routinemäßiger Misshandlung, die sogar zuweilen, wenn auch physische Gewalt angewendet wird, allen Kriterien der Definition von Folter entspricht. 21 Tage dauert es, bis Mohammed el Halabi zum ersten Mal einen Anwalt sehen darf. 50 Tage dauert es, bis die israelischen Behörden Anklage erheben. Das geschieht am 4. August. Und genau jetzt erfährt die ganze Welt vom Fall Mohammed el Halabi.

 

Per Youtube gehen die Vorwürfe um die Welt

 

Um seine Botschaft weltweit zu verbreiten, hat sich Generalmajor Yoav Mordechai in Erez aufgebaut, dem Grenzübergang zwischen Israel und dem Gazastreifen. Er ist der Chef von COGAT, jener israelischen Militärbehörde, die für die besetzten Gebiete und den Gazastreifen zuständig ist.  Am 4. August, dem Tag der Anklageerhebung, postet die israelische Regierung diesen Clip bei Youtube.

 

 

Am selben Tag machen alle israelischen Medien mit dem Fall el Halabi auf. Ihre Reporter waren in den Tagen zuvor vom israelischen Geheimdienst Schin Bet zu Hintergrundbriefings eingeladen worden. Genauso wie Diplomaten aus den Botschaften befreundeter Länder.

Der Beginn einer globalen Medienkampagne

 

Und das israelische Außenministerium weist zeitgleich seine Diplomaten in aller Welt an, den Fall el Halabi bekannt zu machen, um so Druck auf die Geldgeber von World Vision auszuüben. Eine globale Medienkampagne wird gestartet, in die kurz darauf auch der Ministerpräsident persönlich eingreift. Zu diesem Zeitpunkt kennt die Weltöffentlichkeit bereits die Vorwürfe. Netanjahu schreitet deshalb gleich zum Urteil:

 

 

„Unschuldigen und verarmten Palästinensern wurde die lebenswichtige Hilfe verweigert, die Nationen aus aller Welt gespendet hatten. Hamas benutze das Geld, um eine Kriegsmaschine aufzubauen und Juden zu töten. Das muss man sacken lassen: Hamas stiehlt Hilfe von palästinensischen Kindern, um damit unsere Kinder töten zu können.“

— Premierminister Benjamin Netanjahu

 

Die Kampagne zeigt Wirkung. Großbritannien, Australien, Österreich und dann auch Deutschland frieren ihre Spenden an World Vision für die Projekte in Gaza ein. In der Kasse der Hilfsorganisation tut sich ein gewaltiges Loch auf. Und was die israelischen Ermittler angeblich zusammengetragen haben, macht tatsächlich fassungslos. 60 Prozent der gesamten Hilfsmittel, die World Vision im Gazastreifen eingesetzt hat, soll Mohammed el Halabi an die Hamas und ihren militärischen Arm, die Kassam-Brigaden, umgeleitet haben. Bis zu sieben Millionen US-Dollar jährlich. Seit 2005 seien der Hamas so bis zu 50 Millionen US-Dollar zugeflossen.

 

Im Tonfall der Gewissheit

 

Mohammed el Halabi soll putzmuntere Kinder von Hamas-Kämpfern als behinderte Hilfsbedürftige ausgegeben haben. Angebliche Hilfen für Fischer seien in Wahrheit Taucheranzüge für Hamas-Kämpfer gewesen. Gewächshäuser hätten nicht der Gemüsezucht, sondern der Tarnung von Tunnelbauten gedient, durch die Kassam-Brigadisten nach Israel eingeschleust werden sollten. Bis ins kleinste Detail geben alle israelischen Medien diese Vorwürfe wiedern – ohne Konjunktiv, ohne Unschuldsvermutung, sondern im Tonfall der Gewissheit. Und immer wieder heißt es, Mohammed el Halabi habe in der Haft alles gestanden. Was den entschlossenen Widerspruch von Lea Tsemel hervorruft:

 

Mein Klient bestreitet alles. Das darf ich Ihnen klar und deutlich sagen, weil ich ihn schon vor der Schweigeverordnung getroffen habe: Er bestreitet alles.

— Lea Tsemel, Anwältin von Mohammed el Halabi

 

Lea Tsemel ist eine Anwaltslegende in Israel, seit Jahrzehnten verteidigt sie Palästinenser. Die Schweigeverordnung, von der sie spricht, ist auf Anordnung des Schin Bet erlassen worden – aus Sicherheitsgründen. Mehr noch: Der Geheimdienst hat über den Fall eine komplette Nachrichtensperre verhängt. Niemand, der etwas weiß, darf darüber sprechen. Die Anwältin des Angeklagten darf nicht einmal alle Akten einsehen. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einem Zivilgericht in Beerscheba statt. Weder Diplomaten noch ein Vertreter von World Vision werden zum Prozess zugelassen. Eine solch lückenlose Nachrichtensperre habe sie in 45 Berufsjahren noch nicht erlebt, sagt Lea Tsemel. Über die Gründe dafür kann sie nur mutmaßen:

 

Vielleicht, um zu verbergen, wie Israel mit internationalen Hilfsorganisationen umgeht. Vielleicht schämen sie sich ja auch einfach über den Fall selbst. Ich jedenfalls würde mich schämen, wenn ich jemanden mit so einer Anklage überziehen würde. Aber die haben die Werkzeuge dafür und sie nutzen sie.

— Lea Tsemel, Anwältin

 

Andere internationale Hilfswerke, die von Israel aus Projekte im Westjordanland und im Gazastreifen betreiben, gehen nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf Tauchstation. Niemand will Mutmaßungen darüber anstellen, ob es der Hamas tatsächlich gelungen sein könnte, eine NGO zu unterwandern. Und niemand will öffentlich das Vorgehen der israelischen Regierung kritisieren, obwohl hinter vorgehaltener Hand durchaus Kritik zu hören ist.

 

Die Spendengelder an World Vision in Gaza wirden eingefroren. Andere NGO's wollen sich nicht zu dem Fall äußern. Foto: picture-alliance | dpa

Nichts mehr los: Seit der Verhaftung werden keine Spendengelder mehr an World Vision in Gaza gezahlt. Andere NGOs wollen sich nicht zu dem Fall äußern. Foto: picture-alliance | dpa

 

Was also ist dran an den Vorwürfen gegen Mohammed el Halabi und  World Vision? Wochen dauert es, bis sich die Hilfsorganisation zu einem Interview durchringt. World Vision steht unter Schock: „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst und sind an einer Aufklärung interessiert“beteuert Ekkehard Forberg, ein Mitarbeiter der deutschen Sektion von World Vision. In einer dürren Pressemitteilung hatte die Organisation zuvor wissen lassen, dass sie bislang keinen Grund sehe, den Vorwürfen Glauben zu schenken. Denn World Vision habe in den vergangenen zehn Jahren im Gazastreifen nur 22,5 Millionen US-Dollar umgesetzt, erklärt Forberg. Vorgeworfen wird el Halabi aber die Umleitung von 50 Millionen US-Dollar in die Kassen der Hamas.

 

Auch World Vision will Wahrheit

 

El Halabi sei vor seiner Einstellung bei World Vision zudem von externen Experten auf etwaige Verbindungen zum Terrorismus überprüft worden. So, wie das mit jedem Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen geschieht. Zudem habe er überhaupt erst seit zwei Jahren, seit er die Leitung übernommen hatte,  über nennenswerte Geldbeträge im Gazastreifen verfügen können, erklärt Forberg. Früher habe er überhaupt keine Rechnungen eigenständig bezahlen dürfen, ab Oktober 2014 nur für genehmigte Projektanträge in Höhe von maximal 15.000 US-Dollar. Alles, was darüber lag, bedurfte der Unterschrift eines Vorgesetzten.

 

Falls es der Hamas gelungen sein sollte, World Vision trotz der internen Sicherheitsvorkehrungen zu unterwandern, würde die Hilfsorganisation gern verstehen, wie das geschehen konnte. Das aber sei nicht möglich, da der Prozess gegen Mohammed el Halabi hinter verschlossenen Türen stattfindet. World Vision hat deshalb selbst eine externe Agentur  mit einer forensischen Prüfung beauftragt: Alle Abrechnungen und der gesamte E-Mail-Verkehr der World-Vision-Niederlassung in Gaza der letzten zehn Jahre werden kontrolliert. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

 

Wollte sich ein ehemaliger Mitarbeiter rächen?

 

Der Schin Bet allerdings verfügt bereits über Erkenntnisse, sonst gäbe es keinen Prozess. Die israelischen Ermittler haben möglicherweise vor allem aus einer Quelle geschöpft. Diese Quelle sei ein früherer Kollege seines Sohns, erzählt Halil el Halabi, Mohammeds Vater, als wir ihn besuchen. Der Mann ist von World Vision entlassen worden und hat dann offensichtlich versucht, sich zu rächen. Er habe zunächst einen Bericht geschrieben, in dem er Mohammed el Halabi vorwirft, die Fatah zu unterstützen. Diesen Bericht habe er bei der Hamas abgeliefert, bei den erbittertsten Feinden der Fatah, erzählt Mohammeds Vater.

 

Der Vater von Mohamed el Halabi erhebt schwere Vorwürfe gegen einen ehemaligen Word-Vision Mitarbeiter. Hat der falsche Informationen verbreitet, weil er entlassen wurde? Foto: picture-alliance | dpa

Der Vater von Mohammed el Halabi erhebt schwere Vorwürfe gegen einen ehemaligen Word-Vision Mitarbeiter. Hat der falsche Informationen verbreitet, weil er entlassen wurde? Foto: picture-alliance | dpa

 

Als nichts geschah, erzählt Halil el Halabi weiter, habe der Mann denselben Bericht bei der Hauptverwaltung von World Vision in Jerusalem abgeliefert. Geändert nur in einem Punkt: Jetzt hieß es, Mohammed el Halabi unterstütze die Hamas, nicht die Fatah. Die Hilfsorganisation schickte daraufhin Prüfer in den Gazastreifen, die die Sache unter die Lupe nahmen. Das Ergebnis: An den Vorwürfen war nichts dran. Und dann erzählt uns Mohammeds Vater noch:

 

Die Anwälte haben mir berichtet, dass die Israelis meinen Sohn auf Basis der Anschuldigungen aus dem Bericht des entlassenen World Vision-Mitarbeiters verhören. Aber wie die Israelis an den Bericht gekommen sind, das weiß ich nicht. Fest steht aber: Der Mann, der meinen Sohn angeschwärzt hat, hat hier im Gazastreifen sein Haus und sein gesamtes Hab und Gut verkauft und ist von hier verschwunden.

— Halil el Halabi, Vater von Mohammed

 

Ist es denkbar, dass der entlassene World-Vision-Mitarbeiter, der Mohammed Halil heißt, mit seinem Bericht in der Hand auch noch beim Schin Bet angeklopft hat? Es gibt einen Hinweis darauf, den die israelische Regierung selbst hinterlassen hat. Dafür muss man sich noch einmal den kurzen Filmclip anschauen, mit dem die israelische Regierung am 4. August die Weltöffentlichkeit alarmiert hat. Da steht Generalmajor Yoav Mordechai vor der Kamera und sagt, dass der Direktor von World Vision gestanden habe, Geld an die Hamas umgeleitet zu haben. Er nennt auch dessen Namen, verspricht sich dabei aber:

 

 

 

Mohammed Halil, so nennt er den World-Vision-Direktor im ersten Anlauf. Das aber ist der Name des entlassenen Mitarbeiters. Erst im zweiten Anlauf bekommt er den richtigen Namen raus: Mohammed Halabi. Durchaus möglich also, dass die israelischen Ermittler den spurlos aus dem Gazastreifen verschwundenen Mohammed Halil als Informanten gewonnen haben.

 

Hat el Halabi unter Folter gestanden?

 

Aber warum soll dann Mohammed el Halabi etwas gestanden haben, das durch die internen Überprüfungen von World Vision schon als gegenstandslos erwiesen worden ist? Israelische Medien berichten, dass Mohammed el Halabi im Laufe seiner Haft in den Asafir-Flügel des Schikma-Gefängnisses verlegt worden ist. Asafir ist das arabische Wort für Vögel – und der Name palästinensischer  Kollaborateure des Schin Bet. Sie nehmen im Auftrag des Geheimdienstes ihre Mithäftlinge systematisch in die Mangel, um an Informationen zu gelangen.

 

Sogar die Häftlinge, die genau wissen, dass sie im Gefängnisflügel mit den Kollaborateuren stecken, erzählen und gestehen alles Mögliche, nur um aus der Situation rauszukommen, in der sie stecken. Der physische, psychologische und emotionale Druck ist so groß, dass sie den Vernehmern sagen, dass sie bereit sind, alles zu gestehen, nur um diese Qual zu beenden.

— Sarit Michaeli, Sprecherin der Menschenrechtsorganisation Betselem

 

Ist Mohammed el Halabi unschuldig? Das lässt sich nicht beurteilen ohne Zugang zum Prozess. Der Gazastreifen ist sicherlich ein extrem schwieriges Umfeld für humanitäre Hilfe, und die Hamas ist eine Organisation, die das Palästinensergebiet mit brutalsten Methoden regiert. Die Islamisten leiden unter Geldnot, ein tiefer Griff in die Kassen von Hilfsorganisationen wäre ihnen zuzutrauen. Vereinzelte bewaffnete Übergriffe von Hamas-Milizionären auf Depots mit Hilfsgütern sind belegt. Andererseits ist die Stabilität der Hamas-Regierung auch davon abhängig, dass NGOs die grundlegenden Bedürfnisse der zwei Millionen Gazaner stillen.

 

Keine Antwort vonseiten der Regierung

 

Welche Belege haben die israelischen Ermittler also im Fall Mohammed el Halabi? Haben sie möglicherweise nur eine Gelegenheit beim Schopf gepackt, die ihnen ein Informant aus dem Gazastreifen präsentiert hat? Eine Gelegenheit, um eine Hilfsorganisation bloßzustellen, die im vergangenen Sommer noch gemeinsam mit dutzenden anderen NGOs Israels Blockade des Gazastreifens massiv kritisiert hat?Fragen, die wir, wenn schon eine Beobachtung des Prozesses nicht möglich ist, gern der israelischen Regierung gestellt hätten. Nach mehreren Anfragen schickte uns das Büro des Ministerpräsidenten diese Antwort:

 

Über die Informationen hinaus, die wir bereits zur Verfügung gestellt haben, werden die israelischen Sicherheitsbehörden keine weiteren Erläuterungen geben.

— Aus dem Antwortbrief des Büros von Ministerpräsident Netanjahu

Kommentare

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9 thoughts on “Im Schatten des Verdachts”

    Simon, Donnerstag, 08.12.16, 21:09 Uhr

    Erstaunlich, mit welcher Akribie und Rafinesse hier recherchiert wurde. Durchaus interessant! Da ist es doch kaum zu glauben, dass es beim Wasserbeitrag nicht gelungen ist sich über Interviewpartner u ...

    Erstaunlich, mit welcher Akribie und Rafinesse hier recherchiert wurde. Durchaus interessant!

    Da ist es doch kaum zu glauben, dass es beim Wasserbeitrag nicht gelungen ist sich über Interviewpartner und Hintergründe zu informieren …

    Hoppla! Jetzt hätte ich beinahe suggeriert das Studio berichtet parteiisch

      Donald, Freitag, 09.12.16, 9:15 Uhr

      Nur weil sie parteiisch sind, müssen sie es nicht anderen vorwerfen, die es nicht sind. Über die alltäglichen Verbrechen des Staates Israel zu informieren und die Wahrheit darüber zu verbreiten macht ...

      Nur weil sie parteiisch sind, müssen sie es nicht anderen vorwerfen, die es nicht sind.
      Über die alltäglichen Verbrechen des Staates Israel zu informieren und die Wahrheit darüber zu verbreiten macht niemanden parteiisch. Es ist einfach nur Journalismus. Im Gegensatz zu „Israel Heute“ oder zig anderen israelischen Propagandaseiten.

      Donald, Freitag, 09.12.16, 9:19 Uhr

      Immer wieder schön zu sehen, wie die Israelfreunde die verbrechen des Staates Israel ausblenden, damit ihre propagandaversuchte Meinung nicht mit Fakten zerstört wird. Dazu schreien sie Antisemitismus ...

      Immer wieder schön zu sehen, wie die Israelfreunde die verbrechen des Staates Israel ausblenden, damit ihre propagandaversuchte Meinung nicht mit Fakten zerstört wird. Dazu schreien sie Antisemitismus, Parteiisch oder was auch immer. Hauptsache das eigene durch Jahrzehnte der israelischen Propaganda gefärbte kleinkarierte Weltbild wird am Leben erhalten. Die Wahrheit hat da keinen Platz. Die Wahrheit über die verbrechen des Staates Israel wollen sie nicht wissen, sie wollen nur ihr Schwarz-Weiß-Bild bestätigt bekommen.

      wombat, Freitag, 09.12.16, 13:07 Uhr

      jaja, "die alltäglichen Verbrechen des Staates Israel" ... wie es aussieht glauben sie wirklich, dass Israel bei weitem "verbrecherischer" handelt als alle anderen Staaten der Welt zusammengenommen (s ...

      jaja, „die alltäglichen Verbrechen des Staates Israel“ … wie es aussieht glauben sie wirklich, dass Israel bei weitem „verbrecherischer“ handelt als alle anderen Staaten der Welt zusammengenommen (so legt es ja auch die Zahl der verurteilungen durch die UN nahe)

      Auf die Idee, dass dieser Glauben nicht das geringste mit dem „realexistierenden“ Israel zu tun hat kommen sie vermutlich nicht einmal … und daß der „Judenstaat“ nach ganz anderen Maßstäben gemessen wird als alle anderen Staaten dieser Welt halten sie offenbar auch noch für völlig normal.

      Schon mal von den „3 D“ gehört? Delegitimierung, Dämonisierung, doppelte Standards?

      Simon, Freitag, 09.12.16, 20:45 Uhr

      Dass Sie meiner Beobachtung weder sachlich noch konkret etwas entgegengesetzt haben macht Ihren Standpunkt nicht unbedingt glaubwürdiger. Aber nur zu, wir sind hier ohnehin schon 'postfaktisch' ;)

      Dass Sie meiner Beobachtung weder sachlich noch konkret etwas entgegengesetzt haben macht Ihren Standpunkt nicht unbedingt glaubwürdiger. Aber nur zu, wir sind hier ohnehin schon ‚postfaktisch‘ 😉

    ariel, Dienstag, 06.12.16, 14:18 Uhr

    hier wird viel zu stark spekuliert. das aufschrei was an die hamas entzweigten gelder angeht, verstehe ich nicht. die palaestinenserregierung bezahlt doch monatlich, die in israel sitzende terroristen ...

    hier wird viel zu stark spekuliert.

    das aufschrei was an die hamas entzweigten gelder angeht, verstehe ich nicht.

    die palaestinenserregierung bezahlt doch monatlich, die in israel sitzende terroristen mit hilfsgeldern. das sind miliarden. auch der palaestinensische fluechtlingshilfswerk beschaeftigt viele hamasmitglieder und fordert antiisraelische propaganda.

      Michael K., Mittwoch, 07.12.16, 20:47 Uhr

      @ariel, da willst du wieder einmal alles in Frage stellen. Vor einigen Monaten schon haben internationale Organisationen und Regierungsvertreter nach Beweisen und mehr Informationen gefragt. Aber nur ...

      @ariel, da willst du wieder einmal alles in Frage stellen. Vor einigen Monaten schon haben internationale Organisationen und Regierungsvertreter nach Beweisen und mehr Informationen gefragt. Aber nur Schweigen. Es ist traurig, ja widerwärtig, dass man einfach Menschen festnehmen kann ohne das rechtfertigen zu müssen. Ich finde es unverständlich, dass die Welt sich das gefallen lässt. Erst nimmt man einer Bevölkerung ihr Land weg, verweist sie zu einem Leben in einem Ghetto, versagt ihnen die Möglichkeit sich zu entwickeln und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, und fühlt sich berechtigt auch noch Moralpolizei zu spielen und Menschen nach eigenem Gutdünken festzunehmen. Einfach so! Aber so führen sich Apartheidstaaten nun einmal auf und die Welt schweigt. Traurig!

      ariel, Donnerstag, 08.12.16, 7:32 Uhr

      ich stelle hier nichts in frage. ich sage nur, dass hier zu stark spekuliert wird. wenn israel seine quelle schuetzen will, so ist es sein recht. wenn es dir nicht passt, so ist es nur dein problem. u ...

      ich stelle hier nichts in frage. ich sage nur, dass hier zu stark spekuliert wird. wenn israel seine quelle schuetzen will, so ist es sein recht. wenn es dir nicht passt, so ist es nur dein problem.

      unter einer brutalen und menschenfeindlichen terrororganisation lebende buerger interessieren dich erst dann, wenn israel sich einmischt. das ist scheinheilig.

      wombat, Freitag, 09.12.16, 13:02 Uhr

      @ Michael K. "Erst nimmt man einer Bevölkerung ihr Land weg, verweist sie zu einem Leben in einem Ghetto, versagt ihnen die Möglichkeit sich zu entwickeln und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen" Ganz ...

      @ Michael K.

      „Erst nimmt man einer Bevölkerung ihr Land weg, verweist sie zu einem Leben in einem Ghetto, versagt ihnen die Möglichkeit sich zu entwickeln und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen“

      Ganz offensichtlich hat die Berichterstattung über Israel bei ihnen „perfekt“ funktioniert … wissen sie wirklich nicht, dass der Gazastreifen erst nach mehreren Terrorwellen abgeriegelt wurde, die Palästinenser zuvor volle Bewegungsfreiheit hatten!?

      Wissen sie wirklich nicht, dass nach dem 1.Weltkrieg das osmanische Reich aufgeteilt wurde und die jüdische Minderheit dieses Reiches wesentlich weniger Land zugesprochen bekam, als ihrem Bevölkerungsanteil entsprach? Wissen sie tatsächlich nicht, dass bei genau dieser Aufteilung die arabischen Völker 600mal mehr Land bekamen? Dann wissen sie vermutlich auch nicht, dass Palästina schon 1922 aufgeteilt wurde und der arabische Teil (den alle Juden verlassen mussten) 3mal so gross ist wie Israel …