Foto: dpa | picture alliance

Hilfswerk in Not 

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNRWA hat Geldsorgen und streicht Jobs im Gazastreifen – Arbeitnehmer reagieren verzweifelt

Vor einigen Monaten entschieden die USA, ihre Finanzierung des Hilfswerks UNRWA einzustellen. Nun zeigen sich die ersten Folgen: Alleine im Gazastreifen fehlen 77 Millionen Euro – die Hilfsorganisation streicht ab September Stellen.

Von Tim Assmann
Am 30.07.2018

Der Mann Mitte vierzig steht vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen im Gazastreifen. Noch ist das UN-Hilfswerk sein Arbeitgeber. Bald nicht mehr. Der Palästinenser hält das Kündigungsschreiben hoch und ringt mit den Tränen: “Das ist die Todesstrafe. Von einem Moment auf den anderen ist der Job weg, den ich mehr als zwölf Jahre gut gemacht habe.” Der Mann ist einer von rund 100 Beschäftigten, die das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge, kurz UNRWA, zum 1. September gekündigt hat. Rund 500 weitere können ab dann nur noch in Teilzeit beschäftigt werden. Betroffen sind vor allem Beschäftigte in den psychologischen Hilfsprogrammen, die die UNRWA an Schulen und Gesundheitszentren anbietet, die sie im Gazastreifen betreibt.

Es gibt viele Menschen, die glauben, dass unsere gegenwärtigen Maßnahmen, so klein sie sein mögen, der Anfang vom Ende sind, dass dies bedeutet, dass in den nächsten Monaten weitere drastische Maßnahmen zu erwarten sind.

— UNRWA-Direktor Matthias Schmale

Diese drastischen Maßnahmen seien aber gegenwärtig nicht geplant, beteuert Schmale. Hintergrund der aktuellen Maßnahmen ist die Entscheidung der USA, sich aus der Finanzierung des Hilfswerks zurückzuziehen. Insgesamt fehlen der UNRWA für die Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge und ihrer Nachkommen dadurch im gesamten Nahen Osten umgerechnet rund 260 Millionen Euro. Im Gazastreifen klafft zurzeit eine akute Finanzierungslücke von rund 77 Millionen Euro. Die UNRWA kürzt nun im Personalbereich, um die Nahrungsmittelhilfe, die sie für rund die Hälfte der knapp zwei Millionen Bewohner des Küstenstreifens leistet, aufrechterhalten zu können. Das Flüchtlingshilfswerk betreibt außerdem 275 Schulen und 22 Gesundheitszentren. Es beschäftigt mehr als 13.000 Menschen und ist damit der größte nicht-staatliche Arbeitgeber sowie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Die aktuellen Entlassungen und die Reduzierungen auf Teilzeit-Beschäftigung haben im Gazastreifen zu Protesten geführt. Ein Betroffener drohte damit, sich selbst zu verbrennen. UNRWA-Direktor Schmale konnte sein Büro über Stunden nicht verlassen und steht unter Personenschutz.

Wir hatten heftige Reaktionen und haben sie immer noch auf die gegenwärtigen Maßnahmen. Aus meiner Sicht ist ganz eindeutig: Sollten wir zu drastischeren Maßnahmen gezwungen werden, die einen größeren Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreffen, dann würde dies sehr erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität und Sicherheitslage haben, nicht nur für den Gazastreifen, sondern auch für die Nachbarn Israel und Ägypten.

— UNRWA-Direktor Matthias Schmale

Die Finanzierungsprobleme des Flüchtlingshilfswerks sind nicht gelöst. Weitere Kürzungen drohen. Aktuell weiß man bei der UNRWA nicht, ob die Schulen nach den Sommerferien wieder geöffnet werden können.

Kommentare

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft.
Mehr in den Kommentarrichtlinien

44 thoughts on “Hilfswerk in Not ”

    PeterM, Samstag, 04.08.18, 15:59 Uhr

    Juden leben schon seit 3000 Jahren dort, wurden auch vertrieben und massagriert. Wo ist der Unterschied? Warum sollen Juden kein Recht haben dort zu leben? Warum wird immer gesagt, Juden seien an all ...

    Juden leben schon seit 3000 Jahren dort, wurden auch vertrieben und massagriert. Wo ist der Unterschied? Warum sollen Juden kein Recht haben dort zu leben? Warum wird immer gesagt, Juden seien an all dem Elend im Nahen Osten schuld. Juden leben heute In Judäa (Land der Juden) und sonst wo, im Land aus dem sie vertrieben wurden . Wenn Juden kein Recht haben dort zu leben, wo jeder Stein auf Ihre Jahrtausend alte Geschichte hindeutet; ja wer denn dann?

    PeterM, Donnerstag, 02.08.18, 20:43 Uhr

    Knut, auf das eigentliche Thema sind Sie nicht eingegangen. Jordanien und Ägypten haben nach einigen mißglückten Versuchen eingesehen, dass sie mit Krieg nichts erreichen; ändert aber nichts an der Ta ...

    Knut, auf das eigentliche Thema sind Sie nicht eingegangen. Jordanien und Ägypten haben nach einigen mißglückten Versuchen eingesehen, dass sie mit Krieg nichts erreichen; ändert aber nichts an der Tatsache, dass Jordanien zum Mandatsgebiet gehörten und von Palästinenser bewohnt wird, die keine Teilhabe an der Macht haben, ja unterdrückt werden.

      Knut, Freitag, 03.08.18, 12:24 Uhr

      Also in etwa wie jene Revisionisten in Deutschland, die zwischenzeitlich auch eingesehen haben, dass sie sich Schlesien, Pommern und Ostpreußen auch nicht mehr "zurückholen" können? Mit Krieg schon ma ...

      Also in etwa wie jene Revisionisten in Deutschland, die zwischenzeitlich auch eingesehen haben, dass sie sich Schlesien, Pommern und Ostpreußen auch nicht mehr „zurückholen“ können? Mit Krieg schon mal gleich gar nicht. Weil die Gebiete östlich von Oder und Neiße ja auch mal zu Deutschland gehörten und den Menschen hier wie dort seit 1945 so viel Unrecht geschehen sei… Nicht zu vergessen: Diese „Heimholung“ ist DAS politische Top-Thema in Deutschland, und zwar bis heute, nicht wahr? Und die Lösung dieser eminent wichtigen Frage würde die Menschen hierzulande auch wohlhabender, zufriedener und glücklicher machen, nicht zuletzt die jungen Menschen, nicht wahr…?Ironie aus!

      Michael K., Freitag, 03.08.18, 16:38 Uhr

      PeterM, das war eine Frage an Knut. Aber was ist dein Problem? Du sagst Juden haben nicht benutztes Land urbar gemacht und begrünt. Du gehst aber stillschweigend darüber hinweg, dass ein Grossteil der ...

      PeterM, das war eine Frage an Knut. Aber was ist dein Problem? Du sagst Juden haben nicht benutztes Land urbar gemacht und begrünt. Du gehst aber stillschweigend darüber hinweg, dass ein Grossteil der Palästinenser vertrieben wurden und dass man die Hälfte ihrer Städte und Dörfer zerstört hatte. D.h. die Palästinenser, die seit
      Generationen in Palästina wohnten haben ein Menschenrecht darauf nicht vertrieben zu werden. Jüdischer Terrorismus hat die Fluchtbewegung in Gang gestzt, beschleunigt. Viele Palästinenser leben immer noch in Flüchtlingslagern in Palästina, in Jerusalem (Shoufat) und in Nachbarländern. Das ist doch eine völlig unhaltbare Situation. Da muss man doch nach Lösungen suchen. Terrorismus und Korruption, das sind Selbstläuferargumente, die man benutzt, um dem Unrecht mit einem Schleier der Rechtmässigkeit und der Notwehr zu versehen und letztlich, um der Welt einen Irrglauben einzuindoktrinieren und nicht machen zu müssen.

    PeterM, Donnerstag, 02.08.18, 9:54 Uhr

    Hallo Knut, warum gilt Deine überaus verständnisvolle Betrachtung nicht für Israel ?

    Hallo Knut, warum gilt Deine überaus verständnisvolle Betrachtung nicht für Israel ?

      Knut, Donnerstag, 02.08.18, 10:45 Uhr

      Hallo Peter, das eine schließt das andere doch nicht aus. Sie haben doch das Thema (Trans-/Cis-) Jordanien aufgeworfen, nicht ich. Kein Land sehnt sich im Tiefsten so stark nach Ruhe und Anerkennung w ...

      Hallo Peter, das eine schließt das andere doch nicht aus. Sie haben doch das Thema (Trans-/Cis-) Jordanien aufgeworfen, nicht ich. Kein Land sehnt sich im Tiefsten so stark nach Ruhe und Anerkennung wie Israel, auch wenn man das regelmäßig mit martialischer militärischer Stärke nach außen hin überdeckt bzw. diese Stärke leider auch zeigen muss – eine Facette einer tiefsitzenden kollektiven, historischen Angst. Zum Glück nicht mehr gegenüber Jordanien oder Ägypten – die Ära der Feindschaften und Kriege mit den süd(öst)lichen Nachbarn ist zum Glück vorbei…

    PeterM, Mittwoch, 01.08.18, 12:06 Uhr

    Hallo Knut, diese Meinung teile ich nicht. Wenn Palästinenser ehemals 74 % des vorhandenen Landes bekommen haben, ist doch die Frage, was sie daraus gemacht haben. Durch Terrorismus, Missmanagement, K ...

    Hallo Knut, diese Meinung teile ich nicht. Wenn Palästinenser ehemals 74 % des vorhandenen Landes bekommen haben, ist doch die Frage, was sie daraus gemacht haben. Durch Terrorismus, Missmanagement, Korruption usw. ist nicht viel übrig geblieben. In Jordanien hat man ein Königtum eingesetzt, was mit dem Land aber auch gar nichts zu tun hat. Darüber regt sich kein Mensch auf, obwohl die PL dort unterdrückt werden. Heute wird all das Israel zum Vorwurf gemacht. Die Juden haben nicht bewohnte Landstriche urbar gemacht begrünt usw. und heute wollen die PL dieses Land mit Gewalt an sich reißen. Also Historie ist wichtig, damit wir viele Zusammenhänge verstehen können. Das entbindet uns natürlich nicht, auch aktuell über mögliche Verbesserungen nachzudenken.

      Knut, Mittwoch, 01.08.18, 13:17 Uhr

      Hallo Peter, es gibt viele Territorien auf Erden, die aufgrund von Völkerwanderungen, Kolonialherrschaft, Kriegen und Vertreibungen entstanden sind und teilweise noch nach Staatsgründung durch Grenzko ...

      Hallo Peter, es gibt viele Territorien auf Erden, die aufgrund von Völkerwanderungen, Kolonialherrschaft, Kriegen und Vertreibungen entstanden sind und teilweise noch nach Staatsgründung durch Grenzkonflikte, Abspaltungen und internationale Übereinkommen ihren Zuschnitt und ihre Struktur verändert haben. Dafür kann man das deutsche Beispiel bemühen, aber auch zahlreiche weitere, etwa auf dem Balkan oder eben im Nahen Osten. Die Bevölkerungen innerhalb dieser neuen Staaten haben in den meisten Fällen über die Jahrzehnte hinweg eine neue staatliche Identität entwickelt, egal wie künstlich die Grenzen gezogen wurden und welcher Volksgruppe man auch immer angehört. Voraussetzung: Man ist im jeweiligen Staat nicht nur respektiert, sondern anerkannt und repräsentiert. Sonst ist dieses Staatswesen auf Dauer in Gefahr. Jordanien – älter als die Bundesrepublik Deutschland – gilt trotz dieser Friktionen inzwischen als Stabilitätsanker in der Region, hat 1996 sogar Frieden mit Israel geschlossen.

      Knut, Mittwoch, 01.08.18, 13:34 Uhr

      Teil 2: Keine Außengrenze Israels ist länger als jene zum Haschemitischen Königreich. Von der Allenby-/König-Hussein-Brücke sind es kaum mehr als 70 Straßenkilometer bis Jerusalem. Die Sicherheit beid ...

      Teil 2: Keine Außengrenze Israels ist länger als jene zum Haschemitischen Königreich. Von der Allenby-/König-Hussein-Brücke sind es kaum mehr als 70 Straßenkilometer bis Jerusalem. Die Sicherheit beider Länder hängt auch ganz wesentlich von der Stabilität auf beiden Seiten des Jordantals ab. Keine der beiden Seiten hat daher auch nur ansatzweise ein Interesse daran, alte Wunden aufzureißen u. stabile internationale Verträge in Frage zu stellen. Die Beispiele Bewältigung der WAQF-Krise rund um den Jerusalemer Tempelberg und die tödliche Schießerei vor der israelischen Botschaft in Amman zeigen überdeutlich, dass beide Länder -zumal in einem zunehmend unberechenbaren und chaotischen Umfeld in der ganzen Region- zu einer engen und fruchtbaren Kooperation gezwungen sind. In Bezug auf die israelische Besatzung im -durch Jordanien aufgegebenen- Westjordanland erhebt Amman regelmäßig mahnend den Zeigefinger, aber nicht m. dem Ziel einer „Vereinigung aller palästinensischer Territorien“ o.ä..

    PeterM, Dienstag, 31.07.18, 11:49 Uhr

    Vielleicht darf man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass auch das heutige Jordanien zum Mandatsgebiet gehörte (wenn ich er richtig im Sinn habe ca. 60 % der Gesamtfläche), in dem fast ausschließlich ...

    Vielleicht darf man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass auch das heutige Jordanien zum Mandatsgebiet gehörte (wenn ich er richtig im Sinn habe ca. 60 % der Gesamtfläche), in dem fast ausschließlich Palästinenser leben. Oft wird Jordanien bei der Landverteilung unter den Tisch fallen gelassen. Wenn ich dieses Gebiet mit berücksichtige und die Ansprüche der PL mit einbeziehe, hätten die PL 74 % des ehemaligen Mandatsgebietes als Anspruch.

      Knut, Dienstag, 31.07.18, 14:55 Uhr

      Hallo Peter, da inzwischen eine deutliche Mehrheit der Bevölkerungen in allen drei betreffenden Territorien unter 40 Jahre alt ist und sich mit ihren Familien und Freunden seit vielen Jahren mit teils ...

      Hallo Peter, da inzwischen eine deutliche Mehrheit der Bevölkerungen in allen drei betreffenden Territorien unter 40 Jahre alt ist und sich mit ihren Familien und Freunden seit vielen Jahren mit teils sehr schwierigen Lebensverhältnissen auseinandersetzen muss, helfen weite Blicke in die Historie – so interessant sie auch sein mögen u. so manche schlüssige Erklärung sie liefern dürften – rein praktisch überhaupt nicht weiter. Gerade die jungen Menschen, dies- und jenseits aller Sperranlagen, leben im Hier & Jetzt und haben die Zukunft noch vor sich. Hier gilt es anzusetzen und gerechte Verbesserungen herbeizuführen, am besten ganz pragmatisch. Der Wissensdurst u. der Wille, etwas Produktives aufbauen zu wollen, ist auf beiden Seiten der Grünen Linie unübersehbar – und gerade Frauen stechen dabei mit einigen besonders pos. Beispielen hervor, über die auch diese Plattform glücklicherweise regelmäßig berichtet. Hinzu kommt, dass Internet und pers. Austausch Vorurteile relativieren helfen.

    Michael K., Montag, 30.07.18, 17:24 Uhr

    UN-Resolution 181 bestimmte die Teilung Palästinas, ermöglichte eine ethnische Säuberung, die ¾ der pal.Bevölkerung in die Flucht zwang ohne Maßnahmen zu beinhalten das zu verhindern. Dank militärisch ...

    UN-Resolution 181 bestimmte die Teilung Palästinas, ermöglichte eine ethnische Säuberung, die ¾ der pal.Bevölkerung in die Flucht zwang ohne Maßnahmen zu beinhalten das zu verhindern. Dank militärischer Stärke wurde die Eroberung Palästinas 1967 vollendet. Palästinensischer Widerstand sollte als Aggression und Terrorismus wahrgenommen werden, die israelische Aktionen als Selbstverteidigung. Spätere Resolutionen drehten sich um die Flüchtlingsfrage, das Rückkehrrecht der Palästinenser und die Gründung der UNWRA.
    Die Kolonialisierung Palästinas hat den Palästinensern ein Leben in Armut und Perspektivlosigkeit verordnet, was daher eine Organisation wie UNWRA notwendig macht. Nicht UNWRA, sondern die fehlende Konfliktlösung und andauernde Unterdrückung durch einen Apartheidstaates ist das Problem. Palästinenser sollen weiterhin Sklaven in ihrem eigenen Land sein, aber die UNWRA muss weg? Korruptionsvorwürfe sollen über Unterdrückung, Vertreibung und Enteignung hinwegtäuschen? Grotesk!

      Knut, Dienstag, 31.07.18, 10:09 Uhr

      Hallo Michael, ich verstehe Deinen absolut berechtigten Ärger über Israels Besatzungs- und Siedlungspolitik u. sehe die groteske politische Schieflage, in die sich die Lage seit dem fatalen doppelten ...

      Hallo Michael, ich verstehe Deinen absolut berechtigten Ärger über Israels Besatzungs- und Siedlungspolitik u. sehe die groteske politische Schieflage, in die sich die Lage seit dem fatalen doppelten Versprechen der Briten (Das gleiche Land für zwei Völker) entwickelt hat, maßgeblich verstärkt durch tiefsitzende Urängste bzw. Voreingenommenheiten auf beiden Seiten, die sich m.E.n. nur über reale tagtägliche Begegnungen u. hassfreie Annäherungen der Menschen vor Ort auflösen lassen. Das ist sehr viel Arbeit, und zwar langfristig! Dies funktioniert aber nur ohne Gewalt (was strukturelle Gewalt übrigens einschließt) und mit Respekt des jeweils anderen – und irgendwann begreift man idealerweise auch, warum die eine Seite so denkt und handelt und die andere Seite so. Nach einigen Phasen der Annäherung in früheren Jahren, auch auf höchster Ebene, nimmt die Entfremdung leider wieder deutlich zu. Gewalt und Gegengewalt werden diese Entfremdung forcieren. Also müssen neue Wege gegangen werden.

      Knut, Dienstag, 31.07.18, 10:46 Uhr

      P.S.: Gaza ist ein leider besonders prominentes Beispiel dafür, wie tief man vor allem durch Gewalt und Gegengewalt in eine Sackgasse fahren kann. Und wie Hass und lebensfeindliche Ideologien den Blic ...

      P.S.: Gaza ist ein leider besonders prominentes Beispiel dafür, wie tief man vor allem durch Gewalt und Gegengewalt in eine Sackgasse fahren kann. Und wie Hass und lebensfeindliche Ideologien den Blick auf Realitäten verstellen können. Die Hamas etwa wird Israel (das man ja auch nicht anerkennt) nicht mit einer Million Raketen und nicht mit tausend Terrortunneln in die Knie zwingen können. Das sollte man doch seit der vollständigen Räumung des Gazastreifens durch Israel 2005 so langsam begriffen haben. Also sollte man den gelieferten Beton doch besser in Schulen, Kindergärten, Kanalnetze, Kraftwerke und Straßen investieren, oder? Die angebotenen Hilfsgelder in Milliardenhöhe könnten zudem viel besser in Bildung, Forschung und eine funktionierende Landwirtschaft investiert werden, oder? Die immer zahlreicheren Beispiele für Geschäftserfolg aus dem Westjordanland zeigen doch, dass auch Palästinenser*innen etwas schaffen können und vorankommen wollen, selbst unter ungünstigen Bedingungen.

      Michael K., Dienstag, 31.07.18, 12:09 Uhr

      Hallo Knut, eine Strategie der Annäherung, die gewollt ist, die so als unumgänglich verstanden wird, ist der bessere und einzige Weg den Konflikt zu lösen. In dem Moment wo diese Erkenntnis sich als p ...

      Hallo Knut, eine Strategie der Annäherung, die gewollt ist, die so als unumgänglich verstanden wird, ist der bessere und einzige Weg den Konflikt zu lösen. In dem Moment wo diese Erkenntnis sich als politischer Aktivismus äußert wird man logischerweise der Gewalt abschwören müssen. In der Tat, das bedeutet viel Arbeit und ist eine Politikwahl, die irgendwann ihren Anfang hat und auf unbestimmte Zeit ihren Lauf nehmen muss. Es gab Anfänge, aber die Versuchung war groß, zum eigenen Vorteil Fakten zu schaffen. Das jetzige politische Klima gibt kaum Hoffnung, dass Palästinenser und jüdische Politiker in der Lage sind den gordischen Knoten (Annäherung und nicht Besetzung) zu durchschlagen. Die Hilfe muss von außen kommen und ist möglich, da man im Gegensatz zu anderen Konfliktzonen in dieser Welt häufigen Kontakt zu beiden Seiten pflegt. Warum die EU nicht mehr aktiv ist und es der jüdischen Lobby der Amerikaner überlässt ist mir ein Rätsel

      ariel, Dienstag, 31.07.18, 14:11 Uhr

      knut, falls du es nicht mitgekriegt hast, geht es dem michael ausschliesslich darum, die "historische gerechtigkeit" zu erreichen. in andere worte gefasst "israel als juedischer staat" muss weg. daher ...

      knut, falls du es nicht mitgekriegt hast, geht es dem michael ausschliesslich darum, die „historische gerechtigkeit“ zu erreichen. in andere worte gefasst „israel als juedischer staat“ muss weg. daher ist es voellig legitim jede friedensinitiative auszuschlagen, juden zu terrorisieren und zu vernichtung israels aufzurufen um sich dann zu beschweren, dass israel gewalt anwendet gegen menschen, die nichts anderes als gerechtigkeit wollen.

      Knut, Dienstag, 31.07.18, 18:55 Uhr

      Hallo Ariel, ich verfolge die Diskussion mit ihren teils heftigen Grabenkämpfen schon seit längerer Zeit. Und ich stelle dabei fest, dass sich "beide Seiten" oftmals nur die Argumente herauspicken, di ...

      Hallo Ariel, ich verfolge die Diskussion mit ihren teils heftigen Grabenkämpfen schon seit längerer Zeit. Und ich stelle dabei fest, dass sich „beide Seiten“ oftmals nur die Argumente herauspicken, die ausschließlich für „eine Seite“ einschlägig sind. Dies wird daher in der Gesamtschau der Realität – weder innerhalb des „Vielvölkerstaates“ Israel noch in Bezug zur ebenfalls sehr unterschiedlichen Lebenswirklichkeit in den Palästinensergebieten – gerecht. Ganz wesentlich für ein realistisches Gesamtbild ist zudem, dass man sich in diese unterschiedlichen Lebensrealitäten, die oft auf so dichtem Raum nebeneinander liegen wie sonst kaum in der Welt, hineinversetzt – am besten, indem man dort hinfährt. Der Spross des Spiegel-Gründers etwa, Jakob Augstein, bringt es doch tatsächlich fertig, hochkritisch über den Nahostkonflikt zu schreiben ohne jemals dort gewesen zu sein. Die vielschichtige Konfliktlage, die geogr. Enge lässt sich aber vom Schreibtisch alleine aus nie und nimmer begreifen!

      Michael K., Dienstag, 31.07.18, 20:12 Uhr

      Ariel, was heisst historische Gerechtigkeit? Gute Idee sich dazu zu bekennen, auch dass man erkennt, dass nicht nur Juden ein Recht haben im ehemaligen Palästina zu leben. Damit habe ich nie behauptet ...

      Ariel, was heisst historische Gerechtigkeit? Gute Idee sich dazu zu bekennen, auch dass man erkennt, dass nicht nur Juden ein Recht haben im ehemaligen Palästina zu leben. Damit habe ich nie behauptet, dass Israel als jüdischer Staat weg muss. Es ist israelische Politik sich zum Souverän in Palästina zu machen, die einheimische Bevölkeung zu ignorieren und das Selbstbestimmungsrecht nur Juden einzuräumen. Entweder man etabliert zwei Staaten oder einigt sich auf einen Staat in dem Juden und Palästinenser beide gleichberechtigt leben können.

      Andersdenkende werden am Flughafen abgewiesen. Wer palästinensische Kontakte hat muss mit Repressalien rechnen. Intellektuelle, Parlamentarier werden inhaftiert. Nächtlich werden von israelischen Soldaten Razzien durchgeführt und Menschen willkürlich festgenommen. Das ist der Terror, den du nicht siehst.

      Welche Friedensinitiative ist jemals ernsthaft zu Ende geführt worden? Ist Netanyahus Apartheidspolitik vielleicht ein Friedensangebot?

      ariel, Donnerstag, 02.08.18, 7:20 Uhr

      Knut, du machst es dir viel zu einfach, indem du glaubst ausgewogenheit der faktenlage verteidigen zu muessen. du kannst dich nicht hinter solche worten wie "unterschiedliche lebenswirklichkeiten" ode ...

      Knut, du machst es dir viel zu einfach, indem du glaubst ausgewogenheit der faktenlage verteidigen zu muessen. du kannst dich nicht hinter solche worten wie „unterschiedliche lebenswirklichkeiten“ oder „vielschichtige konfliktlage“ verstecken.

      das gleicht der weigerung, auf einzelne probleme einzugehen und nur den wald, aber nicht die baeume sehen zu wollen.

      es kann natuerlich sein, dass du vom schreibtisch aus nicht in der lage bist, den einzelnen fakten das richtige gewicht zu geben, aber sprich dann nur fuer dich selbst.

      wie ich schon schrieb, wurde gaza 2005 vollstaendig geraeumt. eine blockade gab es nicht. es gab weiterhin wasser und strom aus israel. viele gingen nach israel arbeiten.

      wie muss man diese fakten drehen und wenden um das verhalten der gazaner nach 2005 verstehen zu koennen?Nach 13 jahren und drei kriegen, kommen die gazaner zum schluss, dass sie die lage wie kurz nach dem abzug haben wollen, aber bitte mit waffen und hamas. das kann man nicht entschuldigen.

      ariel, Donnerstag, 02.08.18, 7:27 Uhr

      @michael "Entweder man etabliert zwei Staaten" nur das und mehr nicht? was hat sich seit dem un teilungsplan geaendert? kein problem, die araber koennen gaza und 95% des judea und samaria haben. das w ...

      @michael
      „Entweder man etabliert zwei Staaten“
      nur das und mehr nicht? was hat sich seit dem un teilungsplan geaendert? kein problem, die araber koennen gaza und 95% des judea und samaria haben. das wurde von barak dem arafat angeboten und spaeter durch olmert dem abu mazen. die palaestinenser wollen es nicht. an kleinigkeiten hat es wohl nicht gelegen. d.h. es geht nicht um zwei staaten.

      „intelektuellen und parlamentarier werden inhaftiert“ – du meinst die von hamas oder solche die offen zum judenmord aufrufen und terror preisen.

      die behauptung, dass israel nachts wilkuerlich menschen verhaftet ist eine glatte luege, die ohne beweise immer wieder behauptet wird.

      zeig mir doch, wann die palaestinenser sich ernsthaft mit irgendeiner Friedensinitiative auseinandergesetzt haben. ihre forderungen waren immer maximal. zeig mir doch irgendein dokument, wo die palaestinensische vision eines staates beschrieben wird.

      Knut, Donnerstag, 02.08.18, 10:54 Uhr

      Hallo Ariel, bist Du Dir vollkommen sicher, den richtigen Adressaten angesprochen zu haben? Ich habe die Begriffe „unterschiedliche Lebenswirklichkeiten“ oder „vielschichtige Konfliktlage“ beispielhaf ...

      Hallo Ariel, bist Du Dir vollkommen sicher, den richtigen Adressaten angesprochen zu haben? Ich habe die Begriffe „unterschiedliche Lebenswirklichkeiten“ oder „vielschichtige Konfliktlage“ beispielhaft gewählt, weil sich eine vollumfänglich differenzierte Erklärung des Nahostkonflikt und der heutige Situation nun einmal nicht in max. 1.000 erlaubte Zeichen pressen lässt. Das weiß Du auch selbst ganz genau. Und Du weißt auch, was ich mit den beiden obigen Begriffen andeute. Zumal Du eigentlich auch mitbekommen haben solltest, dass ich die Region eben NICHT nur aus der Schreibtisch-Perspektive kenne – ganz im Gegenteil: Ich kritisiere durchaus die selbsternannten Nahost-Spezialisten, die sich noch nicht ein einziges Mal in der Region umgesehen haben. Deswegen maße ich mir auch keine Vorort-Kenntnisse aus dem Gazastreifen an – ich war nämlich noch nicht dort (im Westjordanland durchaus und mehrfach).

    Lotte, Montag, 30.07.18, 11:17 Uhr

    Knut, ich antworte Ihnen an dieser Stelle, da ich die Entwicklungen im Zusammenhang sehe. "Die arab. Nachbarländer interessieren sich immer weniger für die Belange d.Palästinenser". Das ist wirklich n ...

    Knut,
    ich antworte Ihnen an dieser Stelle, da ich die Entwicklungen im Zusammenhang sehe.
    „Die arab. Nachbarländer interessieren sich immer weniger für die Belange d.Palästinenser“.
    Das ist wirklich nicht mehr zu übersehen! Davor wurden sie als“tickende Zeitbomben“ gegen Israel benutzt; etwas besser in Jordanien vielleicht – aber auch dort werden sie mehrheitlich gehasst.
    „Ein anhaltend desaströses Regieren gegen die Interessen des eigenen Volkes (bzgl.Hamas)“.
    Arafat und Abbas waren letztendlich auch nicht besser. Der Gewalt/Terror incl. zivilen Opfern an völlig Unbeteiligten haben sie nie abgeschworen. Die vielen pol. Möglichkeiten, eine „Heimat für Ihr Volk“ zu realisieren, haben sie zugunsten der Ideologie/Illusion verstreichen lassen. Sie selbst lebten im Luxus … ohne gestürzt zu werden.
    Es gibt auch Palästinenser i. Ausland (wenige ?): die 1) ALLE Ihrer Führung(en) katastrophal finden u. 2) über das Verhalten ALLER Ihrer ehem. „Landsleute“ nur noch den Kopf schütteln.

      Knut, Montag, 30.07.18, 12:11 Uhr

      Hallo Lotte, keine Frage: Über das Ausmaß der Korruption und Fehlleitung internationaler Hilfsgelder auch im Westjordanland brauchen wir nicht zu diskutieren. Und Exil-Palästinenser erheben ganz zu Re ...

      Hallo Lotte, keine Frage: Über das Ausmaß der Korruption und Fehlleitung internationaler Hilfsgelder auch im Westjordanland brauchen wir nicht zu diskutieren. Und Exil-Palästinenser erheben ganz zu Recht ihre Stimme gegen eine Führungs-Clique (auch b. Fatah), die sich in hohem Maße selbst bedient, bevor an Verbesserungen auf breiter Front gedacht wird, die wenigstens die wirtschaftlichen u. sozialen Verhältnisse innerhalb der (besatzungstechnisch bedingt) sehr engen A-Zonen spürbar und nachhaltig verbessern würden. Ich kenne Exilanten aus Afrika, die mind. genau so wütend auf ihre Führung sind. Einige Palästinenser nehmen daher, auch vor Ort, ihr Schicksal selbst in die Hand und bringen etwas voran. Wenn Sie einmal durch Ramallah gehen – egal zu welcher Tageszeit -, werden sie schnell feststellen, dass zwischen der Stadt und Gaza nicht nur 85 km Luftlinie, sondern Welten liegen! Natürlich haben Besatzung/Abriegelung einen großen Anteil an der Misere, doch der pal. Anteil daran steigt!

    gunther, Montag, 30.07.18, 10:43 Uhr

    Hallo Heinz. könnte es damit zusammenhängen, dass es einen weltweiten Antismeitismus gibt? Könnte es damit zusammenhängen, dass in der UNO eine muslimische Mehrheit besteht? Könnte es damit zusammenhä ...

    Hallo Heinz.
    könnte es damit zusammenhängen, dass es einen weltweiten Antismeitismus gibt?
    Könnte es damit zusammenhängen, dass in der UNO eine muslimische Mehrheit besteht?
    Könnte es damit zusammenhängen, dass ein Stellvertreterkrieg geführt wird?
    Könnte es damit zusammenhängen, dass hier Funktionäre ihr eigenes Süppchen kochen und für einträgliche Geschäfte sorgen?
    Könnte es damit zusammenhängen, dass es um die Machterhaltung islamistischer Gruppen geht?

    Lotte, Montag, 30.07.18, 10:35 Uhr

    Es ist schon eine Tragik, wenn der falsche Präsident das Richtige tut. Jahrelang, Jahrzehnte lang wird diskutiert und ermahnt, wohin die finanziellen Mittel verschwinden, was in den Schulbüchern steht ...

    Es ist schon eine Tragik, wenn der falsche Präsident das Richtige tut.

    Jahrelang, Jahrzehnte lang wird diskutiert und ermahnt, wohin die finanziellen Mittel verschwinden, was in den Schulbüchern steht usw.
    Es wird Zeit, daß der vererbte Flüchtlingsstatus beendet wird.
    Es wird Zeit, daß das Füllhorn UNRWA beendet wird.
    Es wird Zeit, daß finanzielle Unterstützungen bei Missbrauch/Zweckentfremdung und Gewalt/Terror/Terror-Renten sofort eingestellt werden.
    Die nahezu einzigen Opfer sind die in dieses System hineingeborenen Kinder.

    ariel, Montag, 30.07.18, 9:39 Uhr

    erstens ist mir ueberhaupt nicht klar, wieso irgendeine gruppe der fluechtlinge eine dermassen hohe und unproporzionelle hilfe bis auf ewigkeiten bekommen soll. die palaestinenser haben sich dermassen ...

    erstens ist mir ueberhaupt nicht klar, wieso irgendeine gruppe der fluechtlinge eine dermassen hohe und unproporzionelle hilfe bis auf ewigkeiten bekommen soll. die palaestinenser haben sich dermassen daran gewoehnt auf kosten der anderen zu leben, dass sie die hand zu beissen bereit sind, welche sie ernaehrt hat.

    zweitens, sollten die palaestinenser finanzielle hilfe an die familien der getoeteten oder inhaftierten terroristen einstellen, sowie aufhoeren sich aufzuruesten, koennten sie problemlos sich selbst versorgen.

    so oder so unrwa muss weg.

      Knut, Montag, 30.07.18, 10:53 Uhr

      Noch können sich die Palästinenser in Gaza nicht selbst versorgen, aus den verschiedensten Gründen, die bereits ausführlich diskutiert worden sind. Dies schließt gerade auch die Jüngsten und Schwächst ...

      Noch können sich die Palästinenser in Gaza nicht selbst versorgen, aus den verschiedensten Gründen, die bereits ausführlich diskutiert worden sind. Dies schließt gerade auch die Jüngsten und Schwächsten mit ein, die nun überhaupt nicht für die Terror-Herrschaft der Hamas verantwortlich zu machen sind. Selbst wenn in die Hand gebissen wird, die einen füttert – siehe sinnlos-dumme Würfe von Brandsätzen auf den Warenübergang Kerem Schalom letzte Woche – dürfen überlebenswichtige Hilfsmaßnahmen nicht eingestellt werden (Israel hielt den Übergang offen)! Einer unterentwickelten Empathie und einem fehlender Humanismus eines Donald Trump dürfen keine über lange Zeit entwickelte zentrale Menschenrechte geopfert werden. Die UNO hat sich seit ihrer Gründung nicht davon abhalten lassen, Menschen in Not selbst in den schlimmsten Diktaturen Afrikas oder Asiens so gut wie möglich zu unterstützen – gut so!! Außerdem würde ein Ende der UNRWA dem milit. Radikalismus in Gaza noch mehr Vorschub leisten.

      ariel, Montag, 30.07.18, 15:59 Uhr

      knut, ich muss mich leider wiederholen. die palaestinenser koennen sich selbst versorgen, falls die terrorgelder der zivilbevoelkerung zur verfuegung gestellt werden. das graben von terrortunnel, ansc ...

      knut, ich muss mich leider wiederholen.

      die palaestinenser koennen sich selbst versorgen, falls die terrorgelder der zivilbevoelkerung zur verfuegung gestellt werden. das graben von terrortunnel, anschaffung von waffen, bezahlung von zehn tausenden terroristen und ihre ausbildung kostet viel geld.

      es ist unklar, wieso die un mehr geld fuer die palaestinenser, als fuer andere fluechtlinge ausgibt und wieso auch die nachkommen zu den fluechtlingen zaehlen.

      Michael K., Montag, 30.07.18, 18:22 Uhr

      Ariel, Du mockiert dich über hohe und überproprotionale Hilfsgelder an die Palästinenser. Ein Volk wird eingesperrt, die Wirtschaft wird von einer Besatzungsmacht ruiniert, die Arbeitslosigkeit ist ri ...

      Ariel, Du mockiert dich über hohe und überproprotionale Hilfsgelder an die Palästinenser. Ein Volk wird eingesperrt, die Wirtschaft wird von einer Besatzungsmacht ruiniert, die Arbeitslosigkeit ist riesig und statt sich zu fragen was das Problem ist, wie es zu lösen ist, gönnst du einer verarmten Bevölkerung eine solche Hilfeleistung nicht. Die USA zweigt 20% ihres Entwicklungshilfeprogrammes ab, gedacht für Entwicklungsländer, um Israel Militärhilfe zukommen zu lassen, die eine Besatzungmacht mit ihrer Unterdrückungspolitik unterstützen soll. Und das soll ok sein? Vergleiche das eine mit dem anderen. Welch ein Irrwitz!

      Die USA verlangen von den Palästinensern auf ihre politischen Rechte zu verzichten und sich dem Apartheidstaat unterzuordnen. Sonst wird die Hilfe an UNWRA gestrichen. Auf billige Erpressung sollteman nicht eingehen. Freiheit ist ein teures Gut.

      Nur die Besatzungsmacht darf sich bewaffnen und ein unterdrücktes Volk nicht?

      Und die UNWRA tut was du tun solltest.

      ariel, Dienstag, 31.07.18, 10:22 Uhr

      michael, es ist das volk, das sich wehrt, sondern eine terrororganisation welche das volk beherrscht. was die amerikaner mit ihrem geld machen, ist ihre sache. ganz davon abgesehen, sind diese gelder ...

      michael, es ist das volk, das sich wehrt, sondern eine terrororganisation welche das volk beherrscht.

      was die amerikaner mit ihrem geld machen, ist ihre sache. ganz davon abgesehen, sind diese gelder ein weg die eigene militaerindustrie zu subventionieren. israel darf dieses geld nur in usa ausgeben.

      ganz egal, wie schlimm es die palaestinenser haben, es gibt viele weitere fluechtlinge, welche viel armer dran sind und keine eigene organisation haben, welche sie und ihre enkelkinder bis auf ewigkeiten ernaehren.

      und sag mir doch welche weitere fluechtlingsgruppe, welche un unterstuetzung bekommen, geld in waffen steckt.

      usa muss den palaestinenser gar nichts. deswegen koennen sie die hilfe einfach so strechen, wenn es ihnen nicht passt.

      und egal wie oft du ueber die besatzung sprichst – gaza ist UNBESETZT. die palaestinenser muessen endlich die verantwortung fuer ihre taten uebernehmen, wenn sie ein normales leben fuehren wollen.

      Michael K., Dienstag, 31.07.18, 15:45 Uhr

      Ariel, Terrorgelder bekommt Israel aus Amerika und eigenen Steuermitteln, womit seit Jahrzehnten die Kolonisierung Palästinas, die Vertreibung und Besatzung der Palästinenser finanziert wird. Die Palä ...

      Ariel, Terrorgelder bekommt Israel aus Amerika und eigenen Steuermitteln, womit seit Jahrzehnten die Kolonisierung Palästinas, die Vertreibung und Besatzung der Palästinenser finanziert wird. Die Palästinenser sind gar nicht an Almosen interessiert. Sie wollen ihre Freiheit und unter diesen Bedingungen ihr Leben meistern. Eine Besatzungsmacht verhindert das. Also, mach dir und uns anderen nichts vor!

      Gaza ist besetzt! An Gazas Aussengrenzen stehen Soldaten, gibt es Grenzzäune, die die Menschen in Gaza kontrollieren. Es fällt auch mir schwer solche Vergleiche zu machen, aber mit Ariels Sichtweise könnte man ja auch meinen dass das Warschauer Getto nicht besetzt war. Soviel zur Besetzung Gazas.

      Gaza wird bewusst wirtschaftlich von einer Besatzungsmacht stranguliert. Man fragt sich was den Argwohn begründet, dass man einer Flüchtlingskolonie hilft. Da du um andere Flüchtlinge besorgst bist, vielleicht solltest du palästinensische Flüchtlinge aus Syrien hereinlassen. Sie warten darauf.

      ariel, Dienstag, 31.07.18, 22:03 Uhr

      michael, zum hundertsten mal. nach dem abzug aus gaza vor 13 jahren. war gaza weder besetzt, noch vom meer blockiert. WAS HABEN DIE PALAESTINENSER DARAUS GEMACHT?! du tust immer so, als ob es den gaza ...

      michael, zum hundertsten mal. nach dem abzug aus gaza vor 13 jahren. war gaza weder besetzt, noch vom meer blockiert. WAS HABEN DIE PALAESTINENSER DARAUS GEMACHT?!

      du tust immer so, als ob es den gazander nur darum geht, die blockade zu beenden. das ist aber eine glatte luege. und das weisst du.

      PLO entstand 1964! drei jahre vor der besatzung. und genau so wie es den gazaner nicht um eine ende der blockade geht, die es vor der hamasmachtergreig nicht gab, ging es der PLO niemals um einen eigenen staat. es geht um die vernichtung israels. auch wenn es dir nicht in das programm passt.

      dein vergleich zu dem warschauer getto ist einfach nur schlimm und entwuerdigt die juedischen opfer. niemals hatten die juden als ziel den deutschen oder polen oder anderen voelker unter denen sie gelebt haben leid anzutun. sie kaempften um noch paar tage am leben zu bleiben. die palaestinenser kaempfen um das recht juden vertreiben und ihren staat zerstoeren zu duerfen.

      Lotte, Mittwoch, 01.08.18, 11:24 Uhr

      P.S. Ariel, Es gibt auch andere Deutsche (bitte nicht vergessen!)!!!

      P.S. Ariel,
      Es gibt auch andere Deutsche (bitte nicht vergessen!)!!!

      Lotte, Mittwoch, 01.08.18, 13:22 Uhr

      Ariel, mein eigentlicher Kommentar vor dem "PS" ist leider nicht drin. Zusammenfassung: Michaels Wortschatz "Warschauer Ghetto ... Herrenvolk ... Untermenschen ... " verrät ihn. Er distanziert sich ni ...

      Ariel,

      mein eigentlicher Kommentar vor dem „PS“ ist leider nicht drin.
      Zusammenfassung:
      Michaels Wortschatz „Warschauer Ghetto … Herrenvolk … Untermenschen … “ verrät ihn. Er distanziert sich nicht davon, also will er ihn (oder nimmt den gleichen Wortschatz, den Neonazi’s benutzen, billigend in Kauf).
      Auf emotionaler Ebene: versteht er anscheinend die damit einhergehende Entwürdigung jüdischer Opfer nicht !
      Auf rationaler Ebene: historische Fakten u. Zusammenhänge, wie viele hier im Blog aller Couleur haben es versucht: will er nicht !
      Dass dieser bewusste, da anhaltend und vorsätzlich wiederholte Wortschatz hier durchkommt, finde ich traurig.

    Heinz, Montag, 30.07.18, 8:45 Uhr

    Es ist immer tragisch, wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, insbesondere in einer Gegend in der es kaum alternative Perspektiven gibt. Vielleicht wäre es mal an der Zeit eine von Spenden unabhängige W ...

    Es ist immer tragisch, wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, insbesondere in einer Gegend in der es kaum alternative Perspektiven gibt. Vielleicht wäre es mal an der Zeit eine von Spenden unabhängige Wirtschaft zu etablieren. Allerdings habe ich da wenig Hoffnung solange die palästinensischen Eliten von der aktuellen Situiation profitieren.

    Eine Sache vestehe ich aber nicht, vielleicht kann mir ein Leser darüber Auskunft geben (wenn möglich ohne den für dieses Froum so übliche, ideologischen Polemik). Warum haben die Palästinenser als einzige ein eigenes Flüchtlingswerk und warum sind die Palästinenser die einzige Bevölkerungsgruppe weltweit, die ihren Flüchtlingsstatus vererben können?

      Michael K., Montag, 30.07.18, 18:49 Uhr

      Heinz, nicht Besatzung und die Kontrolle eines Volkes durch die Besatzungsmacht, nicht fehlende Freiheit verhindert die wirtschaftliche Entwicklung eines Volkes, sondern es sind also Spenden ( du mein ...

      Heinz, nicht Besatzung und die Kontrolle eines Volkes durch die Besatzungsmacht, nicht fehlende Freiheit verhindert die wirtschaftliche Entwicklung eines Volkes, sondern es sind also Spenden ( du meinst wahrscheinlich unberechtigt) und eine politische Elite, die von einer Situation der Unterdrückung, Diskriminierung und Enteignung profitieren?

      Steht das in irgendeinem Textbuch oder kommen solche Überlegungen einfach so?

    Alexander, Montag, 30.07.18, 7:14 Uhr

    Eine gute Entwicklung! Deutschland sollte sich dem anschließen. Eine lebenslange Alimentierung von Menschen fördert nicht deren Entwicklung. Die URWA sollte insgesamt verschwinden. So wird die Hamas g ...

    Eine gute Entwicklung! Deutschland sollte sich dem anschließen. Eine lebenslange Alimentierung von Menschen fördert nicht deren Entwicklung.
    Die URWA sollte insgesamt verschwinden. So wird die Hamas gezwungen sein, Geld in Menschen statt in Waffen zu investieren.

      Michael K., Montag, 30.07.18, 18:39 Uhr

      Alexander, noch so ein hetzerischer Kommentar. UNWRA war nie gedacht um für immer zu existieren. UNWRA finanziert praktisch die Unterdrückung der Palästinenser und erspart der Besatzungsmacht für die ...

      Alexander, noch so ein hetzerischer Kommentar. UNWRA war nie gedacht um für immer zu existieren. UNWRA finanziert praktisch die Unterdrückung der Palästinenser und erspart der Besatzungsmacht für die notwendige Versorgung einer durch israelsichen Kolonialismus verarmten Bevölkerung Verantwortlich zu sein.

      Der Wahnsinn findet immer mehr Anhänger, die sich nicht schämen, den Palästinensern in Gaza ein Leben in einem Getto zu bieten, ihnen Freiheit und Ressourcenzugang zu verwehren, ihnen das Brot aus dem Mund zu nehmen um ihnen dann zu erklären, dass sie von jetzt an sehen müssen, wie sie zurecht kommen.

      ariel, Dienstag, 31.07.18, 14:27 Uhr

      deine annahme, dass israel die besetzte bevoelkerung futtern muss, ist voellig falsch. dafuer gibt es die autonomiebehoerde, welche praktisch eine staatsfunktion hat. die zweite annahme, dass ohne bes ...

      deine annahme, dass israel die besetzte bevoelkerung futtern muss, ist voellig falsch. dafuer gibt es die autonomiebehoerde, welche praktisch eine staatsfunktion hat.

      die zweite annahme, dass ohne besatzung die palaestinenser weniger arm waeren, ist auch falsch. du kannst dir anschauen, wie die menschen in jordanien, suedlibanon, sinai und syrien leben. die palaestinenser geniessen durch israelnaehe einen gewissen wohlstand.

      du musst dich fragen, was du den palaestinenser wuenschen solltest. wenn das wohlstand ist, so muessen gazianer schnellstens waffen ablegen und mit israel kooperieren.

      wenn das krieg bis zum sieg ist, so werden sie immer weiter in die armut getrieben.

      kampf und wohlstand gehen nicht zusammen.

      Alexander, Mittwoch, 01.08.18, 11:02 Uhr

      Re: MichaelK Mein Kommentar ist nicht hetzerisch, sondern beschreibt die Lage wie sie nun mal ist. Ihre Replik darauf erscheint mir unbegründet. Ich sehe wirklich nicht, wie Israel in Gaza die Mensche ...

      Re: MichaelK
      Mein Kommentar ist nicht hetzerisch, sondern beschreibt die Lage wie sie nun mal ist. Ihre Replik darauf erscheint mir unbegründet. Ich sehe wirklich nicht, wie Israel in Gaza die Menschen unterdrückt, sie sind sich selbst überlassen.
      Der Weg zu Wohlstand und Freiheit für die Menschen in Gaza führt nur über eine Ablösung der Hamas. Bitte sagen Sie mir nicht, dass die Hamas sich ändern könnte, das wäre abwegig. Jede Hilfe an die Palästinenser am Gaza-Streifen verzögert die Ablösung der Hamas. So grausam es klingt, das beste wäre jegliche finanzielle Hilfe für die Menschen dort einzustellen um so das Ende der Hamas schneller herbeizuführen. Ausser den Muslimbrüder, dem Iran und der Türkei wäre damit allen gedient.Natürlich sollten davon humanitäre Notfälle ausgeschlossen sein.

      Michael K, Mittwoch, 01.08.18, 23:00 Uhr

      Alexander, ich weiss nicht wo du dich aufhälst, ob du schon einmal in Gaza warst. Vielleicht war dein Kommentar nicht hetzerisch, aber er zeugt von Unwissenheit. Stell,dir ein Getto vor, dass umgrenzt ...

      Alexander, ich weiss nicht wo du dich aufhälst, ob du schon einmal in Gaza warst. Vielleicht war dein Kommentar nicht hetzerisch, aber er zeugt von Unwissenheit.

      Stell,dir ein Getto vor, dass umgrenzt ist von Stacheldraht, Checkpoints oder „Grenzübergängen“, von Israel errichteten Sicherheitsstreifen, Wachtürmen in denen schussbereite israelische Soldaten sitzen, eine israelische Küstenwache, die Fischer aus Gaza schikaniert und ihnen das Leben schwer macht. Durch die Luft sausen Drohnen, um das Leben der Menschen in Gaza gut im Auge zu behalten. Was raus will (Menschen und Waren) muss eine Erlaubnis haben, wird kontrolliert, wird nur teilweise ganz willkürlich zugelassen (Krankenhausbesuch, Familienbesuch, Parlamentarier, Teilnahme an Sportereignissen, etc.,etc..) Was rein will muss eine Erlaubnis haben, wird kontrolliert, ….etc.,etc.. Ausserdem fehlt Strom, Wasser. Derr Bau der Kläranlage wird unnötig aufgehalten. Israel besetzt und kontrolliert das Leben der Menschen in Gaza!

      Alexander, Donnerstag, 02.08.18, 16:48 Uhr

      Michael, ich wohne in Jerusalem, war aber auch schon oft an der Grenze zum Gaza-Streifen. Ich bin mal auf einen Aussichtsturm gestiegen ganz an der Grenze zum Gaza-Streifen um mir einen Blick hinein z ...

      Michael, ich wohne in Jerusalem, war aber auch schon oft an der Grenze zum Gaza-Streifen. Ich bin mal auf einen Aussichtsturm gestiegen ganz an der Grenze zum Gaza-Streifen um mir einen Blick hinein zu werfe. Es kam sofort das Israelische Militär, meinte es sei gefährlich dort zu stehen: die Hamas hätte gute Scharfschützen und ziele regelmäßig auf Menschen, die sich auf selbiger Plattform aufhielten. Mir ist nichts passiert, doch würde ich nie wieder auf diese Plattform steigen.
      Ich unterscheide stark zwischen den Menschen im Gaza-Streifen und der Hamas. Die Situation der Menschen dort ist schrecklich, aber Hilfe von Außen hilft ihnen nicht, denn sie landet eher bei der Hamas, als bei den Menschen. So wurde z.B. geliefertes Zement zum Bau von Terror-Tunnels verwendet, geliefertes Helium für Luftballons mit Brandsätzen anstatt für das MRI im Krankenhaus. Die Hamas erhebt auch Zölle auf jegliche Einfuhren und foltert Menschen, die sich ihr widersetzen.

      Alexander, Donnerstag, 02.08.18, 16:55 Uhr

      ...PS Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, das Leid der Menschen im Gaza-Streifen zu verbessern: 1) Eine internationale Koalition marschiert dort ein, entwaffnet die Hamas und stellt einen Entwicklungspla ...

      …PS
      Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, das Leid der Menschen im Gaza-Streifen zu verbessern:
      1) Eine internationale Koalition marschiert dort ein, entwaffnet die Hamas und stellt einen Entwicklungsplan für den Gaza-Streifen auf. Viele Staaten wären bereit Geld zu geben, aber kein Staat ist bereit eigene Armee zur Entwaffung der Hamas zu schicken. Israel wäre m.E. diesem nicht abgeneigt.
      2) Eine Revolution der Menschen im Gaza-Streifen gegen die Hamas. Diese wird sehr blutig mit vielen Toten aber führt letztlich zum Sturz der Hamas.
      So grausam die zweite Option ist, ist dies nach meiner Ansicht der einzige Weg, wie die Menschen dort zu Wohlstand und Freiheit kommen können. In Israel herrscht ein starkes Defizit an Arbeitskräften, und es wäre mehr als froh den Menschen aus dem Gaza-Streifen Arbeit zu geben, so wie es schon vor der Hamas-Diktatur der Fall war.
      Irgendwann wird es sicher zu einer Revolution kommen, es wäre nur wünschenswert, wenn dies so früh wie möglich passieren würde.

      Knut, Donnerstag, 02.08.18, 19:23 Uhr

      Hallo Alexander, ganz offen plädiere ich - ganz realistisch - für Variante 1. Denn ich sehe nicht, wie "Basis-Gaza" diesen (überfälligen) Umsturz hinbekommen sollte. Israel darf sich keinesfalls noch ...

      Hallo Alexander, ganz offen plädiere ich – ganz realistisch – für Variante 1. Denn ich sehe nicht, wie „Basis-Gaza“ diesen (überfälligen) Umsturz hinbekommen sollte. Israel darf sich keinesfalls noch einmal in großem Stil dort einmischen, denn es kann nicht nur bei den Herrschenden, sondern auch in der gewöhnlichen Bevölkerung nur verlieren. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman mag dies natürlich anders sehen. Er sollte sich vielleicht eher auf seine originären Kompetenzen als Türsteher zurückbesinnen…