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Gemeinsam für den Frieden

Israelis und Palästinenser gedenken den Opfern des Nahost Konfliktes

Ein Team aus Israel und den Palästinenser Gebieten organisierte eine Gedenkveranstaltung für beide Seiten. Aber nicht alle sind begeistert.

Was man erst gar nicht versucht, ist auch nicht möglich. So sehen es die Veranstalter des Israel-Palästina Gedenktages. Einer großen Friedensveranstaltung, die sowohl von Israelis, als auch Palästinensern organisiert wird. Das Team setzt sich aus den Organisationen, The Parents Circle und Combatants for peace zusammen.

Von Studio Tel Aviv
Am 21.04.2018

Beitrag: Matthis Kattnig | Kamera und Schnitt: Alex Goldgraber | Ton: Ricardo Levi

Alles was wir versuchen, ist Hoffnung zu erwecken. Dass es möglich ist, dass ein Palästinenser und ein Israeli, die beide den höchsten Preis in einem Konflikt bezahlt haben, auf einer Bühne gemeinsam stehen können und mit der gleichen Stimme sprechen können. Es macht dann keinen Unterscheid, woher sie kommen.

— Robi Damelin, Sprecherin des Vereins The Parents Circle
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Wenn man nicht den Schmerz und den Verlust der anderen Seite versteht, kann es keine Lösung geben. Wir möchten, dass Menschen begreifen, dass der Schmerz der palästinensischen Familien der gleiche ist, wie der Israelischen. Kein Unterschied ob Soldaten oder Kinder. Alle diese Menschen vermissen eine wichtige Person in ihrem Leben. Und alle leiden darunter. Wir alle müssen Verantwortung übernehmen, um diesen Kreislauf der Gewalt zu beenden. Denn keine der beiden Seiten möchte noch mehr Menschen verlieren.

— Osama Elewat, Organisator des Vereins Combatance for Peace aus Jericho
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Für Osama Elewat war bis kurz vor Beginn des Events nicht klar, ob ihnen die israelischen Behörden die Einreise erlauben, da er Palästinenser ist.
Von der Veranstaltung selber sind aber nicht alle begeistert. Außerhalb des Veranstaltungsgeländes gibt es eine kleine Demo von Israelis. Ein Sprecher sagt:

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Ich schäme mich dafür, dass wenige Meter von uns entfernt die linken Verrückten einen direkten Vergleich zwischen unseren Heiligen machen, die ihre Seele für das Land Israel geopfert haben, und den abscheulichen Terroristen.

— Sprecher einer rechten Gruppe gegen Verbindungen zwischen Israelis und Palästinensern.

Auf der Veranstaltung selber berichten viele Menschen von Krieg, Terror, Verlust und dem Wunsch nach Frieden. So auch der Buchautor David Grossman, der seinen Sohn im Libanon Krieg verloren hat:

Jedes Mal, als ich zu Wut und Hass verleitet wurde fühlte ich sofort, dass ich den Kontakt zu meinem Sohn verloren habe. Hier ist etwas versiegelt. Und ich kam zu meiner Entscheidung, ich kam zu meiner Wahl und ich denke, dass die, die heute Abend hier sind, die gleiche Wahl getroffen haben.

— David Grossman, Buchautor
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So wie sich David Grossman für Frieden entschieden hat, haben es auch die Besucher getan.

Es ist ein schwieriger Tag für uns, weil wir beide in der Armee waren und beide Leute kennen, die getötet worden sind. Bei diesem Event, kann man auch Leute von der anderen Seite hören. Das sind nicht nur Feinde, das sind Menschen wie wir, sie haben Leute verloren, wir haben Leute verloren.

— Yair, Tel Aviv

In erster Line geht es darum Respekt zu zeigen. Den Soldaten und allen die gestorben sind, auch auf der anderen Seite und auch Hoffnung zu geben für eine friedvollere Zukunft. Das ist der Hauptgrund warum wir gekommen sind.

— Ilan, Tel Aviv

Ich denke dieser Event kann eine Veränderung bringen. Der Event wird größer und größer jedes Jahr mit Tausenden von Menschen. Auch wenn die Regierung es stoppen möchte und in den Medien Menschen dagegen sprechen. Mehr und mehr Menschen kommen und glauben daran. Ich versuche mit Palästinensern Aktivistin zu sein und für Frieden in meinem täglichen Leben einzustehen.

— Neta, Jerusalem

Es gibt nur einen Weg, den Weg des Friedens das möchte ich den Israelis sagen. Der Frieden kommt von den Menschen und nicht von der Regierung.

— Amin, Jericho
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Auch wenn vor dem Veranstaltungsgelände im HaYarkon Park eine kleine Protestmenge „Tod den Arabern“ schreit, lassen sich die mehr als 5000 Besucher nicht aufhalten. Ein Highlight der Veranstaltung ist auch ein israelisch-palästinensischer Chor. Er singt auf hebräisch und arabisch. Musik die verbindet und auf eine echte Veränderung hoffen lässt, im Nahost Konflikt.

Kommentare

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16 thoughts on “Gemeinsam für den Frieden”

    Renate, Mittwoch, 25.04.18, 14:20 Uhr

    Hier wird mal wieder argumentiert wird und gegenargumentiert was das Zeug hält. Vielleicht haben sich in Tel Aviv einfach Menschen zusammen gefunden, die die unsinnige Gewalt ablehnen und die darunter ...

    Hier wird mal wieder argumentiert wird und gegenargumentiert was das Zeug hält. Vielleicht haben sich in Tel Aviv einfach Menschen zusammen gefunden, die die unsinnige Gewalt ablehnen und die darunter leiden….

    gunther, Montag, 23.04.18, 14:46 Uhr

    Herr K., sogar Sigi-Pop hat den Vorwurf des Apartheid-Staates zurückgenommen. Und Sie wissen immer noch nicht, was Apartheid heißt. In den Schulbüchern, im offiziellen palästinensischen Fernsehen werd ...

    Herr K.,

    sogar Sigi-Pop hat den Vorwurf des Apartheid-Staates zurückgenommen. Und Sie wissen immer noch nicht, was Apartheid heißt.
    In den Schulbüchern, im offiziellen palästinensischen Fernsehen werden Kinder dazu erzogen, als Märtyrer zu kämpfen, Israel wird das Existenzrecht abgesprochen.
    Sie schreiben hier wahrlich haarsträubenden Unsinn.

    Lotte, Sonntag, 22.04.18, 13:03 Uhr

    All die gestrigen Kommentare müssten doch ganz glasklar die Unterschiede in den jeweiligen Gesellschaftsformen aufzeigen: In Israel (und nicht zuletzt in Tel Aviv) geht's ... im Westjordanland nicht . ...

    All die gestrigen Kommentare müssten doch ganz glasklar die Unterschiede in den jeweiligen Gesellschaftsformen aufzeigen:
    In Israel (und nicht zuletzt in Tel Aviv) geht’s … im Westjordanland nicht … in Gaza schon gar nicht.
    Und in den umliegenden, arabischen Staaten ?
    Was Familien, v.a. Mütter, „gehirngewaschen“ oder eben in unfreien Gesellschaftsformen vor der Kamera „abspulen“ und was sie vielleicht, ganz-vielleicht, angedeutet, unter 4 Augen an Schmerz äußern (fühlen und hinterfragen und verbalisieren dürfen): auch das gibt es als Erlebnis in RCS‘ Buch.
    Freie Presse, unabhängige Justiz, freie-offene Meinungsäußerung incl. Regimekritik: machen eine Demokratie aus.
    Und formen auch die Menschen über Generationen.

    „Der gemeinsame Schmerz über die gemeinsamen Terroristen“,das abs. Gleichsetzen von z.B. Kämpfern der Hagannah und der pal. Selbstmordattentäter, genau das hat mich gestört an F.-N.’s Autorenlesung (s. meine Antwort an Martina / „Blutige Eskalation“ / gestern).

    Renate, Sonntag, 22.04.18, 12:04 Uhr

    Frage an die Redaktion: Wo war die Veranstaltung genau?

    Frage an die Redaktion:
    Wo war die Veranstaltung genau?

      Lotte, Sonntag, 22.04.18, 13:38 Uhr

      Hallo Renate, Wieder im Reut-Krankenhaus/Pflegeheim ? Gut Zeit :-)

      Hallo Renate,
      Wieder im Reut-Krankenhaus/Pflegeheim ?
      Gut Zeit 🙂

      Renate, Mittwoch, 25.04.18, 14:13 Uhr

      Jaaaa! Danke, Lotte 🙂

      Jaaaa! Danke, Lotte 🙂

    Michael K., Sonntag, 22.04.18, 0:06 Uhr

    Menschen müssen den Frieden wollen, aber die Regierungen auch. Die Menschen wählen die, die Frieden wollen. Wo Frieden im Wahlprogramm nicht vorkommt wird trotzdem gewählt und dann eine Politik geführ ...

    Menschen müssen den Frieden wollen, aber die Regierungen auch. Die Menschen wählen die, die Frieden wollen. Wo Frieden im Wahlprogramm nicht vorkommt wird trotzdem gewählt und dann eine Politik geführt, die Frieden keine grossse Priorität einräumt.

    Waren es nur 5000 Menschen, die sich mit der Aktion „Gemeinsam für den Frieden“ solidarisierten? Das ist beschämend.

    Ariel, Samstag, 21.04.18, 20:07 Uhr

    Wieso macht man diese veranstalltung in israel und nicht in den autonomen gebieten? Wie waere es eine aehnliche veranstalltung wo die familien der 9/11 attentaeter und die der opfer sitzen wuerden?

    Wieso macht man diese veranstalltung in israel und nicht in den autonomen gebieten?

    Wie waere es eine aehnliche veranstalltung wo die familien der 9/11 attentaeter und die der opfer sitzen wuerden?

    Lustig, Samstag, 21.04.18, 19:49 Uhr

    "Der Frieden kommt von den Menschen und nicht von der Regierung." Na, dann bin ich gespannt, ob jetzt alle palästinensischen Familien auf die üppigen Gehälter für Terroristen verzichten werden oder ob ...

    „Der Frieden kommt von den Menschen und nicht von der Regierung.“

    Na, dann bin ich gespannt, ob jetzt alle palästinensischen Familien auf die üppigen Gehälter für Terroristen verzichten werden oder ob sie gegen die Hetze in den Schulen und Medien demonstrieren werden.

    Lustig, Samstag, 21.04.18, 19:42 Uhr

    "Wir möchten, dass Menschen begreifen, dass der Schmerz der palästinensischen Familien der gleiche ist, wie der Israelischen. Kein Unterschied ob Soldaten oder Kinder. Alle diese Menschen vermissen ei ...

    „Wir möchten, dass Menschen begreifen, dass der Schmerz der palästinensischen Familien der gleiche ist, wie der Israelischen. Kein Unterschied ob Soldaten oder Kinder. Alle diese Menschen vermissen eine wichtige Person in ihrem Leben. Und alle leiden darunter.“

    Alle leiden darunter, echt? Wenn man die Familien von Terroristen, die sich in die Luft gejagt und andere Menschen ermordet haben, mit der Kamera besucht, dann sind diese Familien STOLZ UND GLÜCKLICH, dass ihr Sohn/Tochter zum Märtyrer wurde und Menschen ermordet hat.

    Es ist nicht der gleiche Schmerz!!!!! Dies zu behaupten, ist eine Verachtung der Familien der israelischen Opfer. Sie sind es, die leiden, und wenn sie dann noch auf die gleiche Stufe mit den Familien der Mörder gestellt werden, dann ist es ein Schlag ins Gesicht!!!

      Michael K., Sonntag, 22.04.18, 0:35 Uhr

      Es ist nicht der gleiche Schmerz? Meine Erfahrung ist, dass die meisten Menschen ziemlich ähnlich Schmerz empfinden und darauf reagieren. egal ob man Akrikaner oder Europäer, Jude oder Araber ist Es i ...

      Es ist nicht der gleiche Schmerz? Meine Erfahrung ist, dass die meisten Menschen ziemlich ähnlich Schmerz empfinden und darauf reagieren. egal ob man Akrikaner oder Europäer, Jude oder Araber ist Es ist äusserst erfreulich, dass du die Botschaft dieser Gedenkveranstaltung so gut verstanden hast. Vielleicht hättest du dabei sein sollen, dann wäre vielleicht sogar der Groschen gefallen.

      Mörder haben ein anderes Gesicht und eine gehobenere Stellung, wenn sie sich bei ihren Tätigkeiten mit Kampfjets, Maschinengewehren, an Palästinensern erprobten high-tech Waffen und Munition bedienen? Du stellst Vergleiche an und stellst fest, dass deine Mörder besser sind (auf. einer anderen Stufe stehen) als die anderen Mörder. Dabei entgeht dir der wichtige Blick auf das Wesentliche, auf das was eint und einen könnte, worum es bei dieser Veranstaltung ging;nämlich um das was Morden ausschliesst, Frieden.

      ariel, Sonntag, 22.04.18, 11:38 Uhr

      michael dann spraeche nichts dagegen eine gemeinsamme gedenkzeremonie zu veranstallten, wo sowohl den opfer der nationalsozialisten, als auch den getoeten wehrmachtsoldaten gedenkt wird. wer seine eig ...

      michael dann spraeche nichts dagegen eine gemeinsamme gedenkzeremonie zu veranstallten, wo sowohl den opfer der nationalsozialisten, als auch den getoeten wehrmachtsoldaten gedenkt wird.

      wer seine eigene kinder bewusst dazu erzieht andere zu ermorden. wer seine kinder, als schutzschilde missbraucht. wer sein kinder zu selbstmordattentaeter ausbildet, kann nicht eine gleichberechtigung verlangen.

      wie kann eine mutter, dessen kind bei einem selbstmordanschlag in einem diskobar ermordet wurde, mit der mutter des attentaeters sitzen?

      natuerlich gibt es auch unschuldige tote auf der arabischen seite. israel hat stehts dazu stellung bezogen und es war nie die politik israels unschuldige zu toeten. das kann man von der arabischen seite nicht behaupten. da ging es immer darum, so viele wie moeglich zu toeten.

      Heinz, Montag, 23.04.18, 5:28 Uhr

      Es bedarf schon ein verdammt hohes Maß an Zynismus den Schmerz von Menschen zu vergleichen, die ein Familiemitglied verloren zu haben. Aber davon mal abgesehen, werden hier Äpfel und Orangen vergliche ...

      Es bedarf schon ein verdammt hohes Maß an Zynismus den Schmerz von Menschen zu vergleichen, die ein Familiemitglied verloren zu haben.
      Aber davon mal abgesehen, werden hier Äpfel und Orangen verglichen. Es macht wenig Sinn das Leid der Mutter eines Terroristen mit dem der Mutter des Opfers zu vergleichen. Wenn überhaupt müsste man den der Mutter eines palästinensischen Terroristen mit dem der Mutter eines im Kampf gefallenen israelischen Soldaten vergleichen.
      Inwiefern der eine oder andere in unseren Augen für die gerechtere Sache gestorben ist, spielt in dem Zusammenhang keine Rolle.

      Michael K., Montag, 23.04.18, 13:41 Uhr

      Ariel, friedliebende Menschen versammeln sich, um auf die Idiotie und Ungerechtigkeit dieses Schmerz verursachenden Konfliktes aufmerksam zu machen. Du wehrst dich gegen die aus Einsicht sich aufdräng ...

      Ariel, friedliebende Menschen versammeln sich, um auf die Idiotie und Ungerechtigkeit dieses Schmerz verursachenden Konfliktes aufmerksam zu machen. Du wehrst dich gegen die aus Einsicht sich aufdrängenden Konsequenzen. Dass palästinensische Kinder zu Selbstmördern erzogen werden ist eine grobe Diffamierung, aber bewusste Strategie die Untaten einer Besatzungsmacht zu kaschieren. Dein Gedankengut entspricht dem des frühen 20.Jahrhunderts, da man selbst Mensch war und der Nachbar nur Feind und Unmensch. In Europa haben wir Gott sei Dank uns eines Besseren besonnen. Was glaubst du wohl welche Erziehung die Menschen erfahren, die bei der IDF dienen müssen. Glaubst du denn, dass Unterdrücker, Menschen die über andere Menschen herrschen und ihnen ihre Freiheit nehmen, keine Terroristen sind?

      Du verteidigst einen Apartheidstaat. Bei Demonstrationen in Gaza werden Menschen abgeschossen, weil sie frei sein wollen. Es ist die Unterdrückung, die Lehrmeister der palästinensischen Kinder ist.

      martina, Montag, 23.04.18, 18:59 Uhr

      hallo michael. und damit sind wir wieder bei deiner haltung. die gewalt von israelischen soldaten verurteilst du aufs schärfste. und die gewalt, attentate usw von palästinenser legitimierst du. sprich ...

      hallo michael. und damit sind wir wieder bei deiner haltung. die gewalt von israelischen soldaten verurteilst du aufs schärfste. und die gewalt, attentate usw von palästinenser legitimierst du.
      sprichst dann aber davon, dass der schmerz der gleiche ist. und gleichzeitig machst du riesenunterschiede. die einen sind helden für dich, die anderen verbrecher.
      das ist doppelmoral. gruß

      ariel, Montag, 23.04.18, 21:42 Uhr

      michael, eine mutter, dessen sohn unschuldige ermordet, hat es nicht verdient bemitleidet zu werden. eine arte doku ueber die hisbolla geht mir nicht aus dem kopf. da wurde eine arabische mutter gezei ...

      michael, eine mutter, dessen sohn unschuldige ermordet, hat es nicht verdient bemitleidet zu werden.

      eine arte doku ueber die hisbolla geht mir nicht aus dem kopf. da wurde eine arabische mutter gezeigt, welche 4 kinder bei der hisbollah hat. und da meinte diese mutter, dass allah sie wahrscheinlich nicht liebt, da noch keiner ihrer kinder meartyrer geworden ist. diese mutter mag nur einen kleinen prozent vertreten – ich will daran glauben. aber in israel oder der westlichen welt wirst du keine einzige mutter finden die sowas in die kamera sagen wuerde.

      die zweite geschichte ist aus israel. wieder ein doku, wo es um eine familie aus gaza geht, die bereits 2 kinder wegen eine erbkrankheit verloren hat. sie pendeln nach isreal wo ihnen ein israelischer arzt hilft das dritte hilf zu retten. und da fragt der producer, ob sie bereit waere, dass ihr kind wenn er gross wird, als maertyrer stirbt. und da sagt sie „natuerlich, dass will doch jede mutter“…