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Einmischung aus Teheran? 

Iranische Hacker sollen das Smartphone von Netanjahu-Herausforderer Gantz ausspioniert haben

Benny Gantz will Benjamin Netanjahu als Premierminister ablösen. Für ihn kommt die Veröffentlichung des Hackerangriffs zur Unzeit. Er spricht von einem politischen Spin und unethischer Einmischung.

Von Tim Assmann
Am 17.03.2019

Eigentlich wollte Benny Gantz über die Sicherheit Israels reden. Der ehemalige Armeechef und aktuelle Spitzenkandidat seiner Wahlliste „Blauweiß“ in den israelischen Parlamentswahlen stand in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen – keine 24 Stunden, nachdem von dort Raketen auf Tel Aviv geschossen wurden. Gantz forderte eine harte Antwort auf den Beschuss, wollte sich profilieren als einer, dem die Israelis die Sicherheit ihres Landes unbesorgt anvertrauen können. Doch dann musste Benny Gantz über ein völlig anderes Sicherheitsthema reden. Sein Smartphone war gehackt worden und die Reporter hatten nun viele Fragen. Waren vertrauliche oder pikante private Daten darauf? Ist der Kandidat Gantz möglicherweise erpressbar? Die Antwort: ein klares Nein.

Es gibt auf diesem Telefon keinerlei Dinge, die die Sicherheit betreffen, und auch keine Bedrohung, die gegen mich gerichtet ist, auch keine Erpressung. Das ist einfach nur eine unethische Einmischung, auf die ich mich nicht einlassen möchte.

— Benny Gantz, Netanjahu-Herausforderer
Pikante Bilder? Sicherheits-Infos? Gab es auf seinem Handy nicht, beteuert Benny Gantz. Foto: reuters

Israels Inlandsgeheimdienst informierte Benny Gantz schon vor einiger Zeit über den Hackerangriff. Der Geheimdienst vermutet einem Fernsehbericht zufolge den Iran hinter der elektronischen Ausspähung. Versucht eine ausländische Macht den Wahlkampf in Israel zu beeinflussen – wie es auch in anderen Ländern schon geschah, zum Beispiel in den USA? Details zu dem Hackerangriff sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt und der Inlandsgeheimdienst schweigt sich aus.

Uns liegen keine genauen Informationen vor, ob es sich zum Beispiel um einen Angriff auf die Bilderdateien des Telefons handelte oder ob ein Programm installiert wurde. Es gibt so viele Wege, ein Telefon anzugreifen. Aber gerade weil es sich um einen ehemaligen Generalstabschef handelt, hätte ich erwartet, dass der Geheimdienst seinem Schutz größere Aufmerksamkeit schenken würde.

— Ran Bar-Zik, israelischer Experte für Cybersecurity

Für Benny Gantz, der sich Chancen ausrechnen kann, Amtsinhaber Benjamin Netanjahu bei den Wahlen im April zu besiegen, kommt die Veröffentlichung des Hackerangriffs zur Unzeit. Seine Partei erklärte, dass der Iran hinter dem Angriff stecke, sei nicht bewiesen. Das Lager von Benny Gantz fordert nun Ermittlungen, um herauszufinden, wer die Medien mitten im Wahlkampf über den Hackerangriff informierte. Benjamin Netanjahu twitterte ein Video, in dem er behauptet, Gantz werde vom Iran unterstützt und habe das Nuklearabkommen mit Teheran befürwortet. Netanjahus Likud Partei warf in Social-Media-Kanälen die Frage auf, ob man einen Kandidaten wählen wolle, der vom Iran unterstützt werde. Netanjahu wolle so nur von seiner eigenen Korruptionsaffäre ablenken, sagte Avi Gabbay, der Vorsitzende der oppositionellen Arbeitspartei.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Nachricht nicht zufällig drei Wochen vor der Wahl bekannt wird. Was uns vielmehr Sorgen machen sollte, ist, dass unser Premierminister den Wahlen entgegengeht, als wäre nichts geschehen.

— Avi Gabbay, Vorsitzender der Awoda 
Avi Gabbay ist überzeugt, dass Netanjahu nur von seinen eigenen Korruptionsaffären ablenken will. Foto: reuters

Die Justiz plant, Netanjahu wegen Bestechlichkeit, Untreue und Betrug anzuklagen. Doch darüber wird in der israelischen Öffentlichkeit gerade weniger diskutiert, als über das Smartphone des Netanjahu-Herausforderers Benny Gantz.

Kommentare

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3 thoughts on “Einmischung aus Teheran? ”

    Florian, Montag, 18.03.19, 10:26 Uhr

    Es ist völlig irrelevant, ob der Iran das Mobiltelefon von Gantz geknackt hat und lenkt ab von der politischen und militärischen Aktivität des Iran in der Region. Viel entscheidender ist die aggressiv ...

    Es ist völlig irrelevant, ob der Iran das Mobiltelefon von Gantz geknackt hat und lenkt ab von der politischen und militärischen Aktivität des Iran in der Region. Viel entscheidender ist die aggressiv imperialistische Politik des Iran (Irak, Syrien, Gaza, Libanon, Jemen). Das diktaktorische Regime baut Fronten gegenüber Israel auf.
    Wer ist der Aggressor?

    Florian, Montag, 18.03.19, 5:30 Uhr

    Noch wichtiger scheint das Vorgehen Irans gegen Israel zu sein, um das Ziel des Iran, Israel von der Landkarte zu löschen (Originalton Hossein Salami, stellvertretender Kommandant der iranischen Revol ...

    Noch wichtiger scheint das Vorgehen Irans gegen Israel zu sein, um das Ziel des Iran, Israel von der Landkarte zu löschen (Originalton Hossein Salami, stellvertretender Kommandant der iranischen Revolutionsgarden im iranischen TV-Kanal 2).
    Auf dem Golan werden Hisbollah-Stützpunkte mit Hilfe des Iran installiert, in Syrien rücken iranische Truppen immer näher an die Grenze.
    Antisemitismus und Judenhass sind eine Grundlage der iranischen Diktatur seit Khomenei.
    Am Freitag wurden durch die Hamas (vom Iran finanziert) die „Demonstrationen“ an der Grenze abgesagt, weil die Sicherheitskräfte der Hamas damit beschäftigt waren, Demonstrationen der Gaza-Bevölkerung gegen die Hamas mit scharfer Munition und Knüppeln zu unterdrücken. Foto-und Filmaufnahmen wurden verhindert.
    Die Hamas kämpft für die Freiheit der Araber in Gaza?
    Wo bleibt der Protest der westlichen Journalisten?

      martina, Montag, 18.03.19, 20:34 Uhr

      hallo florian, die demonstrationen gegen die hamas wurden hier unter wie ist die lage gemeldet. klick auf älter, da kommt es. allerdings versteh ich deine frage zu protesten der westlichen journaliste ...

      hallo florian,
      die demonstrationen gegen die hamas wurden hier unter wie ist die lage gemeldet. klick auf älter, da kommt es.
      allerdings versteh ich deine frage zu protesten der westlichen journalisten nicht. außer in einem kommentar berichtet ein journalist. und zitiert umstände oder lässt beide seiten zu wort kommen.
      da aber dort die presse verboten war und es max. handy videos gab, dürfte es mehr als schwierig sein, einen ausführlicheren artikel darüber zu schreiben.
      als über das elend hier berichtet wurde, auch über die unzufriedenheit, kam ein kommentar: schon wieder sind die palästinenser die opfer.
      und keiner hat hier jemals behauptet, das die hamas für die freiheit der gazaner kämpft. das waren max zitate von einem interview.
      bezüglich vollständigkeit: hossein salami möchte auch die usa auslöschen. alle möchte beiseitigen und selber weltmacht werden. im iran gilt nur islam, dh es ist auch antichristlich usw. das macht dieses islamistische land aus.
      und das weißt du auch
      gruß